Sie sind hier: Startseite » Forum » Beobachtungen » Phänologie

Phänologie

Späte Nachweise der Blindschleiche

Drei späte Nachweise der Blindschleiche 2009 im Hochsauerlandkreis

von Martin Lindner

Im HSK kam es 2009 zu drei späten Nachweisen von Blindschleichen. Dirk Alfermann fand am 23. Oktober 1 ad. Weibchen unter einer Folie, welche extra im Rahmen einer Reptilien-Untersuchung ausgelegt wurde, bei Arnsberg-Neheim (genaue Ortangabe unterbleibt aus Artenschutzgründen). Am 24. Oktober 2009 beobachtete und photographierte Herr Paul Brozi am Leiblweg in Meschede eine ca. 40 cm lange Blindschleiche (s. Foto). Drei Wochen später, am 14. November 2009, beobachtete Herr Harald Legge eine Blindschleiche auf dem Talweg (Bereich Himmelreich) in Olsberg-Antfeld.

Die Nachweise sind spät bzw. extrem spät, in der Literatur ist für Westfalen überhaupt nur ein späterer Nachweis als der 14. November bekannt (Feldmann 1981). Auch die Nachweise am 23. Oktober und am 24. Oktober sind noch sehr ungewöhnlich. Für Westfalen sind als späte Nachweise der 14.10., 23.10., 3.11., 6.11., 10.11. und 4.12. angegeben (ebd.). Für Deutschland geben Völk & Alfermann (2007) in der Monographie „Die Blindschleiche“ an: „Auch die Angaben über die letzten Beobachtungen innerhalb eines Jahres schwanken beträchtlich. So stammen die spätesten Beobachtungen aus der letzten Oktoberdekade und von Anfang November.“ Als späteste dokumentierte Beobachtungen für Deutschland werden zwei Nachweise vom 10. November, darunter der Nachweis aus Feldmann 1981, angegeben (ebd.). Der Nachweis in Westfalen vom 4. Dezember (s. o.) wurde als Unterbrechung der Winterruhe gewertet, welches vereinzelt vorkommt (Völk & Alfermann 2007). Da der November 2009 sehr warm war dürfte es sich beim Nachweis vom 14. November nicht um eine Unterbrechung der Winterruhe handeln.

Damit wäre der Nachweis am 14. November in Olsberg-Antfeld der späteste dokumentierte Fund für Deutschland. Der Experte Dirk Alfermann stuft die Nachweise trotzdem nicht als außergewöhnlich ein. Vermutlich gibt es viele derartige späte Nachweise, nur wurden diese nie dokumentiert und veröffentlicht.

Literatur

Feldmann, D. (Hrsg.) (1981): Die Amphibien und Reptilien Westfalens. – Abh. Land. Mus. Naturkde. Münster 43 (4): 1-161.
Völkl, W. & D. Alfermann (2007): Die Blindschleiche. – Bielefeld.

Letzte Änderung am Samstag, 29. April 2017 um 13:35:19 Uhr.

Zugriffe heute: 4 - gesamt: 805.