2001

Die Smaragdeidechsen – zwei (un)gleiche Schwestern

Die Smaragdeidechsen

aus Rundbrief Nr. 19 - November 2001:

Smaragdeidechsen-Monographie

Mit dem Band „Die Smaragdeidechsen – zwei (un)gleiche Schwestern“ liegt seit kurzem bereits Beiheft Nr. 3 der Zeitschrift für Feldherpetologie vor. Kerstin Elbing von der Universität Bremen hat die 143 Seiten umfassende Monographie vorgelegt. Auch wenn bis heute nicht geklärt werden konnte, ob die Smaragdeidechse in Nordrhein-Westfalen heimisch war, möchte ich doch auf diesen spannenden Band der beiden Schwestern-Arten aufmerksam machen. Es ist noch nicht lange her, da hat man noch nicht zwischen der eher östlich verbreiteten Lacerta viridis und der westeuropäischen Lacerta bilineata unterschieden. So gab es in Deutschland bis 1996 nur ein Taxon. Hinweise auf die Eigenständigkeit der rheinischen Smaragdeidechsen auf der einen Seite und den brandenburgischen auf der anderen, waren aber bereits seit der Arbeit von Mertens & Schnurre (1949) bekannt. Neben den morphologischen Ergebnissen deuteten auch Erkenntnisse zur Ökologie der Populationen die Trennung beider an. Spätestens seit den Kreuzungsversuchen von Silke Rykena (1991), die ebenfalls an der Universität Bremen arbeitet, war es klar, dass es zwei verschiedene Arten sein mussten.
Kerstin Elbing war einige Jahre den brandenburgischen Smaragdeidechsen auf der Spur und hat vor einem Jahr ihre Dissertation zur Fortpflanzungsbiologie und Populationsökologie der Smaragdeidechse vorgelegt. Kaum eine andere Person wäre besser geeignet mitten aus der aktuellen Forschung zu berichten. Da in den letzten Jahren auch an den rheinischen Populationen zahlreiche grundlegende Untersuchungen gelaufen sind (Thomas Böker, Peter Sound u. a.) liegt hier eine wirklich aktuelle Übersicht zu den beiden prächtigen Smaragdeidechsen vor. Der Schwerpunkt liegt – den Forschungen der letzten Jahre entsprechend – bei Fragen der Aut- und Populationsökologie und beim Schutz dieser in Deutschland so seltenen Arten. Gerade das hier so überaus wichtige Kapitel zum Bestand und Schutz in Deutschland nimmt einen erfreulich breiten Raum ein. Mögen gesetzliche Bestimmungen nicht nur auf dem Papier stehen, sondern auf der Grundlage der heutigen Kenntnis, zu der K. Elbing wesentlich beigetragen hat, auch ihre wirksame Umsetzung erfahren.
M. Schlüpmann

Die Waldeidechse – eine Erfolgsgeschichte

Die Waldeidechse

aus Rundbrief Nr. 19 - November 2001:

Die Waldeidechse – eine Erfolgsgeschichte

Dieter Glandt, uns allen in Nordrhein-Westfalen durch seine Vorträge und zahlreichen Aufsätze bekannt, legt hier als Beiheft 2 der Zeitschrift für Feldherpetologie erstmals eine Monographie der bei uns so weit verbreiteten und häufigen Waldeidechse vor. Bereits vor mehr als 25 Jahren hat er die ersten Untersuchungen zur Ökologie von Wald- und Zauneidechsen veröffentlicht. Das Thema hat ihn nicht mehr losgelassen und mehr oder weniger kontinuierlich hat er sich mit beiden Arten befasst. Der Untertitel „unscheinbar – anpassungsfähig – erfolgreich“ ist treffend gewählt. Die Art ist quer durch ganz Eurasien von Nordwestspanien und Irland (und vorgelagerten Inseln) bis zu den ostasiatischen Inseln Sachalin und Hokkaido verbreitet, wobei sich dieses Band über eine Nord-Süd-Breite von teilweise mehr als 2000 km erstreckt – das größte Verbreitungsgebiet landlebender Reptilienart überhaupt. Zudem dringt die Art von allen rezenten Reptilienarten am weitesten nach Norden vor. Faunisten, die oft geneigt sind, seltenen und auffallend schönen Arten den Vorzug zu geben, werden von diesem Band vielleicht zum Nachdenken angeregt. Welche zweite Reptilienart ist aus evolutionsbiologischer Sicht erfolgreicher?
Dieter Glandt bietet uns, komprimiert auf 96 Seiten, einen Einblick in diese Erfolgsgeschichte. Eine enorme Zahl an Publikationen hat er hierfür ausgewertet. Immerhin 13 engbedruckte Seiten Literatur schließen sich an den Text an. Freilich fehlt hier auch das ein oder andere Zitat (so auch aus Nordrhein-Westfalen), doch bei der Fülle an Arbeiten will man dies gerne verzeihen. Keiner hätte hier Vollständigkeit erreicht! Neben einführenden Kapiteln (Steckbrief, Kennzeichen) wird die Verbreitung, die Autökologie (Habitate, Temperatur, Feuchte, Nahrung), Aktivität, Fortpflanzungsbiologie, Systematik und Evolution, Lebensweise und Populationsbiologie sowie Gefährdung und Schutz behandelt. Endlich ein gelungener Überblick über diese auch für uns Rheinländer und Westfalen so wichtigen Art!
M. Schlüpmann

April 2001, 112 S., mit 36 Abb., 5 Tab. und 3 Farbtafeln; Br, 15 x 21 cm.

Amphibien und Reptilien im Kreis Euskirchen

aus Rundbrief Nr. 17 - Oktober 2000 und Rundbrief Nr. 19 - November 2001:

Amphibien und Reptilien im Kreis Euskirchen
Wie bereits angekündigt, hat der Arbeitskreis Herpetofauna im Kreis Euskirchen in diesem Jahr in Heft 3 der Schriftenreihe der Biologischen Station in Nettersheim seine Herpetofauna herausgebracht. Der Arbeitskreis Amphibien und Reptilien im Kreis Euskirchen ist seit 1993 aktiv. Er hat in den ersten Jahren schwerpunktmäßig kartiert und in den letzten beiden Jahren in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station die Daten aufbereitet. Dabei lag ein Schwerpunkt auf regionalen Aspekten. Die 11 beteiligten Autoren sind überwiegend auch Mitarbeiter unseres Landesarbeitskreises. Neben den Autoren haben zahlreiche weitere Personen Daten beigesteuert. Der Band, von der Nordrhein-Westfalen-Stiftung gefördert, besticht durch seine üppige Ausstattung. Auf 146 Seiten werden die rezenten, ausgestorbenen und ausgesetzten Arten mit Verbreitungskarte (MTB-Viertelquadrant), zumeist mehreren sehr guten farbigen Fotos sowie umfangreichen Texten vorgestellt. Die Texte zu den Arten sind gegliedert in eine Beschreibung der Art, ihres Lebensraumes, der Verbreitung und Vorkommen, der Vergesellschaftung mit anderen Arten sowie der Gefährdung und des Schutzes. Allgemeine Kapitel zur Naturgeschichte und Biologie, zur Geographie des Kreises, zur Erfassung, zum Schutz der Amphibien und Reptilien, ein Glossar und ein Literaturverzeichnis runden den Text ab. Aufgelockert wird das ganze durch ca. 60 Fotos und weitere Abbildungen. Im Anhang sind noch einige statistische Daten (in Tabellenform) und die Erfassungsbögen unseres Arbeitskreises abgedruckt. Die gelungene Regionalfauna kann allen Lesern des Rundbriefes sehr empfohlen werden. Vielleicht ist sie ja auch Ansporn für weitere regionale Kartierungsprojekte in Nordrhein-Westfalen.
M. Schlüpmann

Das Heft kann für nur 18,00 DM (inkl. Versandkosten) bei der Biologischen Station im Kreis Euskirchen, Julia Zehlius, Steinfelder Str. 10, 53947 Nettersheim; 02486/9505717, BioStationEuskirchen@t-online.de bestellt werden.

LÖBF-Schwerpunkt-Heft Laubfroschschutz 4/2000

aus Rundbrief Nr. 18 - März 2001:

LÖBF-Schwerpunkt-Heft Laubfroschschutz 4/2000

3,00 DM zuzügl. Porto; Bezug: Druck- und Verlagshaus Bitter GmbH & Co, Wilhelm-Bitter-Platz 1, 45659 Recklinghausen, Tel: 02361/6006-46.

Libellen in Südwestfalen

Quelljungfer-Larve

aus Rundbrief Nr. 18 - März 2001:

Ein Blick über den Tellerrand der Herpetologie hinaus:

Tagungsband Libellen in Südwestfalen

Ende 2000 ist der Tagungsband „Libellen in Südwestfalen“ in Druck gegangen. Er erscheint Mitte März in der Reihe „Der Sauerländische Naturbeobachter“ als Band Nr. 27. Bearbeitet wurde der Band von M. Schlüpmann & G. Grüne ... Ausführlich Informationen Homepage Flora und Fauna von Hagen und Umgebung.

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