2002

Der Kammolch (Triturus cristatus)

aus Rundbrief Nr. 20 - März 2002:

Band der Kammmolchtagung 2000 in Rostock

Andreas Krone, Hrsg. (2001) Der Kammolch (Triturus cristatus) - Verbreitung, Biologie, Ökologie und Schutz. – Rana Sonderheft 4; Rangsdorf (Natur & Text)
342 Seiten, 91 Abbildungen, 35 Tabellen; ISBN: 3-9803856-9-8

Bezug: versandkostenfreie Bestellungen unter: E-Mail: hier; Internet: www.amphibienschutz.de

Am 16. und 17. November 2000 fand in Rostock eine internationale Fachtagung zu Verbreitung, Bestandssituation, Ökologie und Schutz des Kammmolches (Triturus cristatus) statt. Veranstalter waren der Bundesfachausschuss Feldherpetologie und Ichthyofaunistik im NABU und die AG Feldherpetologie der DGHT. Die Teilnahme von 120 Fachleuten aus 6 europäischen Ländern zeigte das große Interesse, dass dieser Art entgegengebracht wird. Der Tagungsband enthält 26 Beiträge zu Verbreitung, Biologie, Ökologie und Schutz des Kammmolches sowie eine Bibliografie mit insgesamt 640 Literaturstellen.
Der Band umfasst im einzelnen Beiträge aus der ehemaligen Sowjetunion, der Slowakei, der Schweiz, den deutschen Bundesländern, zu Nachweismethoden, zur Populationsbiologie, zur Entwicklung, zur Wanderung, zur Bestandsentwicklung, Gefährdung und zum Schutz. Der Bericht für Nordrhein-Westfalen wurde von den beiden Artbearbeitern Alexander Kupfer & Bernd von Bülow beigesteuert (Projekt Herpetofauna NRW 2000 – Ergebnisbericht Nr. 11). Drei weitere Beiträge stammen von Mitarbeitern unseres Arbeitskreises (A. Kupfer, D. Münch, B. von Bülow).
Sehr erfreulich und lobend hervorzuheben ist das zeitige Erscheinen des Bandes nur knapp ein Jahr nach der Tagung.
Martin Schlüpmann

Die Kreuzotter – ein Leben in festen Bahnen?

Die Kreuzotter

aus Rundbrief Nr. 21 - Oktober 2002:

Die Kreuzotter – ein Leben in festen Bahnen?

Völkl, Wolfgang & Burkhard Thiesmeier (2002): Die Kreuzotter – ein Leben in festen Bahnen? Bielefeld (Laurenti-Verlag). August 2002, 159 S., mit 57 Abb., 15 Tab. und 8 Farbtafeln, Br, 15 x 21 cm, ISBN 3-933066-11-5
Die Kreuzotter war in den letzten 20 Jahren Untersuchungsobjekt zahlreicher ökologischer Untersuchungen und zählt mithin – wie auch der Rückentext betont – zu den am besten untersuchten Schlangenarten der Erde. Der Band spiegelt diese Vielfalt wieder und bietet Orientierung. Nach einer Vorstellung der Kreuzotter, die auch Phylogenie, Unterarten, Verbreitung und Lebensräume einschließt, wird schwerpunktmäßig die Lebensweise vorgestellt. Dies schließt die Aktivität, Wanderungen, Reviere, Beuteerwerb und Ernährung sowie die Fortpflanzungs- und Entwicklungsbiologie ein. Ausführlich werden Populationsbiologie, Gefährdung und Schutz behandelt. Das Auftreten schwarzer Kreuzottern wird in einem eigenen Abschnitt behandelt.
Martin Schlüpmann

Die Gelbbauchunke – von der Suhle zur Radspur

Die Gelbbauchunke

aus Rundbrief Nr. 21 - Oktober 2002:

Die Gelbbauchunke – von der Suhle zur Radspur

Gollmann, Birgit & Günter (2002): Die Gelbbauchunke – von der Suhle zur Radspur. Bielefeld (Laurenti-Verlag). Juni 2002,
135 S., mit 35 Abb., 4 Tab. und 8 Farbtafeln, Br, 15 x 21 cm, ISBN 3-933066-10-7.

Ausführlich behandeln die Gollmanns die Phylogenie einschließlich der Hybridisierung und Konkurrenz mit der Schwesternart, der Rotbauchunke, den Lebensraum, Nahrung und Feinde, Aktivität, Fortpflanzungs- und Entwicklungsbiologie, Wanderungen, Populationsbiologie, Gefährdung und Schutz. Ein abschließendes Kapitel behandelt die Methoden der Populationsuntersuchungen.
Martin Schlüpmann

Orientierung mit Karte, Kompaß, GPS

aus Rundbrief Nr. 21 - Oktober 2002:

Orientierung mit Karte, Kompaß, GPS

Linke, W. (2000): Orientierung mit Karte, Kompaß, GPS. 10. überarb. Auflage, 264 S., Verlag Busse und Seewald, Herford, ISBN 3-512-03223-0

Das handliche Buch ist ein unentbehrliches und feldtaugliches Nachschlagewerk für alle, die sich im Gelände orientieren wollen. Unter anderem wird grundlegendes kartographisches Wissen vermittelt, z. B. die Ermittlung und der Umgang mit den verschiedenen Koordinatensystemen wie UTM-Raster oder Rechts-Hochwert-Raster. Themen sind die Darstellung auf einer Karte, z.B. einem Messtischblatt, auf Luftbildern und Satellitenbildern und ihre Verwendung für die unterschiedlichsten Einsatzbereiche. Ein aktuelles Thema, der Umgang mit einem GPS-Gerät, wird kurz, aber informativ und anschaulich behandelt. Übungsaufgaben und Rechenhilfen erleichtern den Umgang bei der Orientierung im Gelände und der Ermittlung von Standorten.
Andreas Kronshage

Naturverträgliche Mähtechnik

aus Rundbrief Nr. 21 - Oktober 2002:

Oppermann, R. & A. Krismann (2001): Naturverträgliche Mähtechnik und Populationssicherung. BfN-Skripten 54, 76 S., hrsg. vom Bundesamt für Naturschutz Bonn.

In dem Heft werden die Ergebnisse der E & E-Voruntersuchung „Naturverträgliche Mähtechnik für das Feuchtgrünland“ und die Ergebnisse eines Workshops zusammengefasst. Behandelt werden drei Tiergruppen: Amphibien, Kleinsäuger und Heuschrecken. Das Heft enthält zahlreiche wertvolle Informationen über die bisher viel zu wenig berücksichtigte Problematik des Amphibientodes bei der Grünlandmahd. Auch wird der Frage nachgegangen, welches Mähgerät die geringsten Mortalitätsraten bei den Amphibien verursacht.
Das Heft ist kostenlos erhältlich beim Bundesamt für Naturschutz, Konstantinstr. 110, 53179 Bonn. Andreas Kronshage

Einheimische Amphibien

aus Rundbrief Nr. 21 - Oktober 2002:

Einheimische Amphibien

Terraristik-Themenheft der Zeitschrift Draco Nr. 6, 2. Jahrg., 2001, NTV-Verlag Münster, ISSN 1439-8168.

Das informative Themenheft bringt mehrere sehr gut bebilderte Artikel über die heimischen Amphibien: eine Übersicht zu den heimischen Arten, Laubfroschprojekt, Moorfrosch, Wechselkröte, Geburtshelferkröte, Kammmolch, Feuersalamander und Alpensalamander. An einzelnen Artikeln haben unter anderem Mitglieder unseres Arbeitskreise mitgewirkt: Elmar Meier, Thomas Mutz und Alexander Kupfer.
Andreas Kronshage

Amphibien am Gartenteich

aus Rundbrief Nr. 21 - Oktober 2002:

Amphibien am Gartenteich

De Saint-Paul, A., Brand, I. & Schmidt, W. (2001): Amphibien am Gartenteich. NTV-Verlag, 104 Seiten, ISBN 3-931587-09-6

Gartenfreunde finden in dem Buch viel Wissenswertes über unsere heimischen Amphibien. Von der Anlage eines naturnahen Gartenteiches bis hin zur Gartengestaltung und Pflegetipps enthält das Buch zahlreiche Informationen. Unser aktives Arbeitskreismitglied André de Saint-Paul ist einer der Autoren.

Umweltpädagogik versus Artenschutzrecht

Umweltpädagogik versus Artenschutzrecht

aus Rundbrief Nr. 20 - März 2002:

Umweltpädagogik versus Artenschutzrecht
Von einer Amphibien-Exkursion mit Kindern zum Verwaltungsgerichtsverfahren

Beiträge zur Erforschung der Dortmunder Herpetofauna Bd. 21, 120 Seiten; Dortmund (SynergenVerlag) 2001; Preis: 19,80 €

Bezug: SynergenVerlag Detlef Münch, Menglinghauser Str. 99a, 44227 Dortmund, Tel./Fax 0231/7519463.

Inhaltverzeichnis
1 Krötenpädagogik
1.1 Amphibien als beliebte Umweltpädagogische Leittierarten
1.2 Zu Ostern: auf Froscheiersuche
1.3 ... und zu Pfingsten: Nachtwanderung mit Feuersalamandern
1.4 für Fortgeschrittene: Froschstimmenexkursion
1.5 nur bei Sonnenschein: Eidechsengucken
1.6 Rollenspiele mit Fröschen und Kröten
1.6.1 ... Hüpf, Frosch, Hüpf....
1.6.2 Sei (k)ein Frosch
1.7 Kinder und Krötenschutzzäune
1.8 Gartenteiche als Naturerlebnisorte für Kinder
2 Unglaublich aber wahr: Umweltbehörde vs Umweltpädagogik
2.1 Rechtsgrundlagen des Amphibienschutzes
2.2 Naturschutz- oder Schmutzgebiet Steinbruch Schüren
2.3 Ausnahmegenehmigung für eine Gartenteichkartierung
2.4 Froscheiersuche 1998 - Bußgeldverfahren eingeleitet
2.5 Krötenklage beim Verwaltungsgericht
2.6 der Umweltamtsleiter in der Presse
2.7 Umweltamt und Verwaltungsgericht
2.8 Kurios: Ratsmitglied der Stadt Dortmund verklagt Stadt
2.9 Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft?
2.10 Konsequenzen für die Umwelt
3 Krötenpädagogik: Arteschutzbehörden im Vergleich
4 Krötenfazit: Artenschutzrecht versus Umweltpädagogik?
5 Literatur
6 Anhang : Verwaltungsklageverfahren 1998-2001

Eigentlich handelt es sich um eine „Neuauflage“ der Krötenpädagogik von D. Münch. Der erste Teil (S. 1-49) ist abgesehen von kleineren Änderungen und Ergänzungen weitgehend identisch mit Band 20 ("Krötenpädagogik"), der weiterhin käuflich zu erwerben ist. Insofern handelt es sich um einen ziemlichen Etikettenschwindel, mit dem sich der Selbstverleger sicher keinen Gefallen getan hat. Im Gegensatz zu Bd. 20 lässt die Druckqualität sehr zu wünschen übrig. Die Fotos sind nicht erkennbar. Eine Besprechung des Vorgängerbandes finden Sie in der Zeitschrift für Feldherpetologie 6 (1999): 243-244. Vieles von meiner damaligen Kritik gilt auch für den jetzt vorgelegten Band. Der Anhang mit Briefen von D. Münch, des Umweltamtes der Stadt Dortmund, der Bezirksregierung in Arnsberg und dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen füllt über 70 Seiten des Bandes. Ob dies wirklich alles (zumal in diesem Umfang) für die Öffentlichkeit von Interesse ist, mag jeder für sich entscheiden.
Martin Schlüpmann

Wildnis Wuppertal

Wildnis Wupertal

aus Rundbrief Nr. 20 - März 2002:

„Wildnis Wuppertal“

Ricono, K. (Bearb.): Umweltschutz in Wuppertal 2001: Berichte zum Artenschutz Heft 1: Wildnis Wuppertal – Dokumentation der Artenschutzwochen vom 14. bis 29.09.2000. – Hrsg.: Oberbürgermeister Stadt Wuppertal.

Bezug: Stadt Wuppertal, Kundenzentrum Plankammer/Katasterauskunft, Rathaus Barmen, Wegenerstr. 7, 42269 Wuppertal

Der Band enthält auf 112 Seiten eine Reihe interessanter Beiträge zum Arten- und Biotopschutz der Stadt Wuppertal. Anlass waren die Artenschutzwochen 2000. Die Fachbeiträge des Artenschutztages am 23.09.2000 werden neben allgemeinen Informationen in diesem Band dokumentiert, darunter auch für den Feldherpetologen relevante Beiträge unserer Mitarbeiter T. Kordges (Kalksteinbrüche in Wuppertal-Dornap: Eingriffsflächen mit Refugialfunktionen für gefährdete Tier- und Pflanzenarten), M. Henf (Lebensraum der Zauneidechse, Bahnhöfe und Bahnlinien im Biotopverbund), H.-P. Eckstein (Schlangen in Wuppertal – die Ringelnatter) und B. Dreimer (Schlangen in Wuppertal – die Schlingnatter).

Amphibien und Reptilien Ob- und Nidwalden

Amphibien und Reptilien Ob- und Nidwalden

aus Rundbrief Nr. 20 - März 2002:

Amphibien und Reptilien Ob- und Nidwalden (Schweiz)
Mit Beiträgen aus den Naturwissenschaften, der Sagenwelt und der Volksmedizin. –Naturforschende Gesellschaft Ob- und Nidwalden (NAGON), Grafenort Bd. 2: 226 S. ISBN 3-9521401-2-0

Bezug: Naturforschende Gesellschaft Ob- und Nidwalden (NAGON), Herrenhaus, CH-6388 Grafenort

Eine bemerkenswerte Schrift zu den Amphibien und Reptilien der schweizerischen Kantone Ob- und Nidwalden ist im vergangenen Jahr erschienen. Es handelt sich dabei aber nicht einfach um eine Gebietsfauna im klassischen Sinne, sondern um eine Sammlung von Beiträgen zu ganz verschiedenen Themen. Das, was üblicherweise unter einem solchen Titel zu erwarten ist, beschränkt sich auf 2 solide Beiträge von Adrian Borgula (Amphibien S. 44-72) und Andreas Meyer (Reptilien S. 120-148). Auch werden die Arten in zwei kurzen Beiträgen sehr allgemein hinsichtlich der Kennzeichen, ihrer Lebensweise, ihres Lebensraumes und der allgemeinen Verbreitung von Beatrice Lüscher (Amphibien) und A. Meyer (Reptilien) vorgestellt. Spezielle Kapitel betreffen Seeuferlaichgebiete von Erdkröten und Grasfröschen (A. Borgula), Amphibienunterführungen (Beat von Wyl), die Würfelnatterpopulation am Lopper (2 Beiträge: Konrad Mebert und A. Borgula), die Physiologie (Fortpflanzungszyklus) der Würfelnatter am Alpnachersee (Philipp Bendel) u. a. Speziell der letztgenannte, endokrinologische Fachbeitrag ist doch sehr ungewöhnlich an dieser Stelle und wirft zwangsläufig die Frage auf, warum er nicht in einer zoologischen oder herpetologischen Fachzeitschrift veröffentlicht wurde.
Was den Band aber so ungewöhnlich macht sind die im Untertitel erwähnten Beiträge zur Sagenwelt und Volksmedizin. Die 6 interessanten Beiträge der Kunsthistorikerin Regula Odermatt-Bürgi nehmen einen guten Teil des Bandes ein und hätten eigentlich eine eigenständige Veröffentlichung verdient. Volkskundliche Beiträge zu Amphibien und Reptilien sind selten, so dass ich sie hier auch im einzelnen anführen möchte: „Von Schatzhüterinnen und Geldscheissern, Schlangenkönigen und Milchschelmen (Innerschweizer Sagen); Krötensud und Schlangenasche, Echsenöl und Fröschenleber (Rezepte der Volksmedizin); Schlangenbann und Schlangensegen (Sagen um Kapuziner, Venediger, fahrende Schüler und ihren Kampf gegen Schädlinge); Die Aenisschlange und die abgestreifte Haut (Ein Stanser Adventsgebäck); Die Kröte und die Gebärmutter, die Wollust und der Geiz, das Gift und das Heilmittel (Kröten und Schlangen im Volksglauben); Theriak und Vipernfleisch (Schlangen und Echsen in der Medizingeschichte).“
Die Beiträge stellen zwar im wesentlichen Volkskundliches aus der Region und der Schweiz dar, doch wird – was auch notwendig ist – immer wieder ein größerer geographischer Rahmen gesetzt. Nicht alles, was man in diesen Beiträgen zu lesen bekommt ist neu, das meist ist aus anderen Publikationen zusammengetragen, doch in dieser spezifischen Zusammenstellung habe ich das noch an keiner anderen Stelle gesehen. Allein wegen dieser Beiträge ist es überaus lohnend diesen Band zu kaufen.
Martin Schlüpmann

Atlas der Herpetofauna von Österreich

Atlas der Herpetofauna von Österreich

aus Rundbrief Nr. 20 - März 2002:

Atlas der Herpetofauna von Österreich

Cabela, A., H. Grillitsch & F. Tiedemann (2001): Atlas zur Verbreitung und Ökologie der Amphibien und Reptilien in Österreich: Auswertung der herpetofaunistischen Datenbank der Herpetologischen Sammlung des Naturhistorischen Museums in Wien. – Wien (Umweltbundesamt), 880 S.
ISBN 3-85457-586-6

Bezug: Umweltbundesamt GmbH, Spittelauer Lände 5, A-1090 Wien, Österreich; http://www.ubavie.gv.at

Ein erstaunliches Werk zur Herpetofauna ist in Österreich erschienen. Die Wissenschaftler der Herpetologischen Sammlung des Naturhistorischen Museums in Wien Antonia Cabela, Heinz Grillitsch & Franz Tiedemann haben unter Mitarbeit weiterer Herpetologen eine umfangreiche Herpetofauna ihres Landes herausgegeben.
Mit Unterstützung des Umweltbundesamtes wurde am Naturhistorischen Museum eine umfangreiche Datenbank mit 50.000 Artmeldungen zusammengetragen und professionell ausgewertet.
Der Name „Atlas“ ist für dieses Werk eher bescheiden. Es ist auf 880 Seiten ein umfangreiches Handbuch österreichischer Amphibien und Reptilien in bester Aufmachung und Druckqualität vorgelegt worden, das seinesgleichen sucht. In einleitenden Beiträgen werden die Geschichte der herpetofaunistischen Erforschung, die känozoische Herpetofauna, herpetologische Reste aus archäologischen Grabungen und Bestimmungsschlüssel der Amphibien und Reptilien, auch der Amphibieneier und -larven – diese mit ausgezeichneten Fotos (Laich) und einzigartigen Zeichnungen (Larven) – vorgestellt. Umfassend werden die Erhebungsmethoden, die Datenquellen, die Bearbeitung und Auswertung der Daten dargestellt und eine artenübergreifende Datenanalyse geboten. Auf ca. 450 Seiten werden die Ergebnisse für die einzelnen Arten präsentiert, auf ca. 60 Seiten die Lebensraumansprüche mittels analytischer Statistik charakterisiert und auf weiteren 20 Seiten regionale Unterschiede der Fauna dargestellt. Es folgen eine Reihe spezieller Kapitel: Unterarten und Geschwisterarten, Wasserfrösche, Vorkommen der Europäischen Sumpfschildkröte, Karten der potentiellen Verbreitung der Halsbandeidechsen in Ostösterreich, Bedeutung der Aulandschaft, Gefährdung und Schutz der Herpetofauna, populationsbiologische Aspekte und rechtliche Grundlagen des Schutzes. Das Literaturverzeichnis zur Herpetofauna Österreichs umfasst nicht weniger als 69 Seiten.
Die Artmonographien stellen die Verbreitung (allgemein, horizontal und vertikal), die Vergesellschaftung (Sympatrie und Syntopie), die Phänologie und den Lebensraum der Arten bzw. Unterarten dar. Die Verbreitungskarten mit einem Grad-Minuten-Raster sind mehrfarbig angelegt (im Stil üblicher Atlanten). Die statistischen Auswertungen werden überwiegend in Form von Diagrammen präsentiert und dominieren die eher knapp gehaltenen Texte. Dabei sind die meisten Diagramme aber sehr anschaulich, doch statt einiger dreidimensionaler Diagramme hätte man in diesen Fällen die entsprechenden Daten besser in Tabellen dargestellt. Fotos der adulten Tiere werden durchgängig in bester Qualität geboten, solche der Lebensräume sind dagegen nur vereinzelt zu finden. Bei der statistischen Auswertung folgt der Band offensichtlich der rheinland-pfälzischen Herpetofauna, was teilweise auch an der Begriffswahl (Eigen- und Fremdsympatrie) deutlich wird.
Besonders die professionelle statistische Auswertung der Daten zeigt deutlich, wie wichtig diese Phase bei einem Kartierungsprojekt ist. Hier wurde sie von Wissenschaftlern im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit am Museum für Naturkunde in Wien mit finanzieller Unterstützung des Umweltbundesamtes bewerkstelligt. Dies hat erst das Erscheinen eines wissenschaftlich anspruchsvollen Werkes ermöglicht.
Der Preis von über 70 € ist nicht eben gering, doch ist das Buch seinen Preis wert. Insgesamt handelt es sich um die wichtigste Neuerscheinung zur Herpetofaunistik Mitteleuropas seit dem Erscheinen der Herpetofauna von Rheinland-Pfalz. Mein herzlicher Glückwunsch an die österreichischen Kollegen.
Martin Schlüpmann

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