2004

Handbuch Band 4/IIB: Schwanzlurche (Urodela) IIB

Handbuch Band 4/IIB: Schwanzlurche (Urodela) IIB

aus Rundbrief Nr. 25 - Juni 2004:

Schwanzlurch-Bände des Handbuches abgeschlossen

Thiesmeier, Burkhard & Grossenbacher Kurt, Hrsg. (2004): Handbuch der Reptilien und Amphibien Europas, Band 4/IIB: Schwanzlurche (Urodela) IIB, Aula-Verlag, Wiebelsheim: S. 759-1149, ISBN 3-89104-674-X

Aus dem Inhalt: Als weiterer Teil des vielbändigen, von Wolfgang Böhme begründeten Werkes „Handbuch der Reptilien und Amphibien Europas“ ist im Januar 2004 der zweite Band über Schwanzlurche (Urodela) erschienen. Für den „einheimischen“ Herpetologen besonders erfreulich ist, dass mit Faden- und Teichmolch Triturus helveticus und T. vulgaris sowie Alpen- und Feuersalamander Salamandra atra und S. salamandra jetzt alle heimischen Schwanzlurcharten abgehandelt sind. Darüber hinaus werden – in etwas kürzerer Form – Korsischer Salamander Salamandra corsica und Lanzas Salamander Salamandra lanzai vorgestellt. Abgerundet wird dieser Band durch einen Bestimmungsschlüssel für die Larven der europäischen Schwanzlurche.
Für jede Art wird in gewohnter Weise ein Rundumschlag geboten, der von Morphologie, Biometrie und Systematik über Häufigkeit, Verbreitung, Ökologie, Vergesellschaftung, Populationsgrößen und -dynamik, Entwicklungs- und Ausbreitungsgeschichte bis hin zu Verhalten, Gefährdung und Schutz reicht. Detailliert dargestellt wird insbesondere die europäische Verbreitung mit besonderer Behandlung der Arealränder und expliziter Nennung wichtiger Fundpunkte. Damit kann man zu allen Themenbereichen rund um eine Spezies umfangreiche und in die Tiefe gehende Informationen finden. Besonders wertvoll sind in diesem Zusammenhang auch die ausführlichen Literaturverzeichnisse zu jeder Art. Trotz der gehobenen Preisklasse lohnt sich daher eine Anschaffung, da dieser Band mit Sicherheit für viele Jahre ein Standardwerk über die heimischen Molche und Salamander darstellen wird.
Monika Hachtel

Beiträge zum Technischen Amphibienschutz

Beiträge zum Technischen Amphibienschutz

aus Rundbrief Nr. 25 - Juni 2004:

Tagungsband zum Technischen Amphibienschutz

Glandt, Dieter, Norbert Schneeweiß, Arno Geiger & Andreas Kronshage (Hrsg.): Beiträge zum Technischen Amphibienschutz. – Bielefeld (Laurenti-Verlag) November 2003, 214 S., mit zahlr. Tab. und Abb., ISBN 3-933066-16-6

Dieser zweite Band der Supplement-Reihe zur Zeitschrift für Feldherpetologie enthält ausschließlich Beiträge, die sich mit dem Schutz von wandernden Amphibien an Straßen und den dazu errichteten Bauwerken wie Straßendurchlässen, Leiteinrichtungen usw. beschäftigen.
Neben den schriftlichen Ausarbeitungen von Referaten, die auf zwei Tagungen zu dieser Thematik im Jahr 2001 im Biologischen Institut Metelen (Nordrhein-Westfalen) und in der Naturschutzstation Rhinluch (Linum/Brandenburg) gehalten wurden, enthält der insgesamt 214 Seiten starke Band noch weitere bisher nicht vorgestellte Beiträge.
Von den insgesamt 14 Beiträgen befassen sich 6 mit der Effizienz und Akzeptanz von neu an Straßen errichteten Schutzanlagen durch wandernde Amphibien. Dabei sind so unterschiedliche Standorte wie ein kilometerlanger Straßenabschnitt am Ufer des Vierwaldstättersees, der von einer großen Erdkrötenpopulation überwunden werden muss, eine Schutzanlage im Landkreis Göttingen mit einem eher „westlichen“ Artenspektrum (Erdkröte, Grasfrosch, Teichmolch, Bergmolch, Geburtshelferkröte und vereinzelt Kreuzkröte) ebenso wie einige Schutzanlagen in Sachsen und Brandenburg mit einem insgesamt deutlich „östlichen“ Artenspektrum (Rotbauchunke, Knoblauchkröte, Erdkröte, Wechselkröte, Moorfrosch, Kammmolch als Hauptarten) in dieser Studie vertreten. Es ist erfreulich, dass in 5 der 6 Studien eine positive Bilanz zur Funktionsfähigkeit der Bauwerke gezogen wird, wenngleich bei einer Anlage die Akzeptanz durch die wandernden Knoblauchkröten erst durch das Einbringen von Bodensubstrat in die Durchlässe auf einen akzeptablen Wert erhöht werden konnte. Bei der Untersuchung einer Anlage traten aber auch ganz entscheidende Mängel auf, die dazu führten, dass mehr Amphibien in die Schächte des Entwässerungssystems der Anlage fielen als die Tunnel durchquerten. Diese Todesfalle entstand, weil bei der Bauausführung die strikt geforderte Trennung von Entwässerungs- und Leitsystem nicht eingehalten wurde.
In drei weiteren Beiträgen werden verschiedene Einzelelemente von Amphibienschutzanlagen wie Bordsteinabsenkungen, Schutzgitter für Gullys, Gitterroste für Stopprinnen, mobile Fangzäune und Leitelemente aus unterschiedlichen Materialien und von unterschiedlichen Herstellern teilweise vergleichend auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft. Bei den meisten der zurzeit zum Amphibienschutz an Straßen verwendeten Elemente konnte eine insgesamt gute Funktionsfähigkeit festgestellt werden. Ergänzt wird ein Beitrag noch durch eine Auflistung der häufigsten Mängel, die den Autoren bei der Überprüfung von mehr als 200 Anlagen im Verlauf etlicher Jahre aufgefallen sind.
Ein weiterer Beitrag beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Ausbaus einer kommunalen Straße innerhalb des Biosphärenreservates „Schorfheide-Chorin“. Durch intensive Untersuchungen des Verkehrsaufkommens und der über die Straße wandernden Amphibien konnte eine erhebliche Gefährdung der vorhandenen Populationen, insbesondere des Laubfrosches, nachgewiesen werden. Verschiedene Maßnahmen zum Schutz der wandernden Tiere wie der Bau einer stationären Schutzanlage und zeitweilige Sperrungen der betroffenen Straßenabschnitte wurden vorgeschlagen, konnten aber nur zum Teil umgesetzt werden.
Zwei Artikel beschäftigen sich mit dem Verhalten von wandernden Amphibien. Bei Beobachtungen von Tunneldurchquerungen juveniler Amphibien in Nordost-Brandenburg konnte ein deutlicher artspezifischer Barriereeffekt festgestellt werden, der auf klimatisch ungünstige Bedingungen durch Zugluft und Trockenheit in den langen Tunneln zurück geführt wird. Daher werden insbesondere bei breiten Trassen neben den eigentlichen Schutzanlagen weitere Maßnahmen wie Verbesserungen an Laichgewässern und Landhabitaten zur Stabilisierung der Amphibienpopulationen empfohlen. Der zweite Artikel beschäftigt sich mit Versuchen zum Überwinden verschiedener Leitelemente durch den Laubfrosch. Dies ist besonders interessant, da der gut kletternde Laubfrosch bislang als nicht durch Amphibienschutzanlagen erfassbar und lenkbar galt. Bei den Versuchen konnte immerhin für 2 der 8 untersuchten Leitelemente eine deutliche Barrierewirkung festgestellt werden. Diese Elemente konnten im Versuch von keinem der 50 eingesetzten Laubfrösche überwunden werden, so dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch eine deutliche Leitwirkung an Schutzanlagen entwickeln können.
Ein weiterer Beitrag beschäftigt sich mit der sehr problematischen Situation des nachträglichen Einbaus von Amphibienschutzanlagen an schon länger bestehenden Straßen. Meist ist ein solcher Einbau aufgrund von ungünstigen Grundwassersituationen oder komplizierten Eigentumsverhältnissen nicht oder nur eingeschränkt möglich. Dadurch stehen häufig die Forderungen nach einer MamS-gerechten Schutzanlage einer konkreten Realisierung von stationären Anlagen im Wege, die an vielen Stellen dringend notwendig sind, wie zahlreiche oft über Jahre mit großem Einsatz ehrenamtlicher Naturschützer betriebene mobile Schutzzäune zeigen. Daher wird vom Autor eine breit angelegte Diskussion über alternative Schutzstrategien und flexible Lösungsmöglichkeiten angeregt, unter anderem auch um überzogenen Erwartungen von Behörden oder Umweltschützern entgegen zu treten.
Eine sehr ausführliche und sorgfältig erstellte Bibliografie zum Technischen Amphibienschutz rundet den Band ab. Die Bibliografie enthält 644 Literaturzitate die neben Arbeiten zum Amphibienschutz an Straßen auch Beiträge zum Einfluss von Bahnlinien auf wandernde Amphibien, Anlagen von Ersatzlaichgewässern, Tod von Amphibien in Gullys, Verdriftung über Entwässerungssysteme, Grünbrücken oder den Einfluss verschiedener Mähtechniken auf Amphibienpopulationen umfasst.
Insgesamt stellt der vorliegende Band eine sehr interessante Sammlung verschiedener aktueller Aspekte des Technischen Amphibienschutzes dar, der jedem Interessierten nur unbedingt empfohlen werden kann. Für alle, die sich intensiver und konkret - ob als engagierte Naturschützer oder beruflich - mit dem Schutz von wandernden Amphibien an Straßen befassen, ist dieser Band ein unbedingtes Muss, allein schon wegen der umfangreichen und wohl nahezu vollständigen Bibliografie zu dieser Thematik. Das Werk kostet 26,00 € (Abopreis 22,50 €) inklusive Versand.
Thomas Mutz

Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort der Herausgeber
2. Margit Ackermann: Funktionskontrolle einer ACO-Amphibienschutzanlage
3. Brigitte Bender: Bordsteinabsenkungen und Schutzgitter unter Gullydeckeln als Maßnahmen für den Amphibienschutz
4. Brigitte Bender: Gitterroste bieten Sicherheit für wandernde Amphibien
5. Kathrin Baumann, Hartmut Tiedt & Helge Wolf: Effizienz von Dauerleiteinrichtungen und Amphibiendurchlässen für adulte Frosch- und Schwanzlurche an der Landesstraße 561 bei Hann. Münden (Landkreis Göttingen)
6. Ernst Frey & Johannes Niederstrasser: Amphibienschutzanlagen an Straßen - Ergebnisse einer Vergleichsstudie und Erfahrungsberichte
7. Michael Göttsche, Matthias Göttsche & Hinrich Matthes: Auswirkungen eines Straßenausbaus am Parsteiner See (Brandenburg) auf die Amphibienfauna
8. Iris John: Die Akzeptanz einer Amphibienschutzanlage am Knappensee/Oberlausitz durch Erdkröte (Bufo bufo) und Knoblauchkröte (Pelobates fuscus)
9. Thomas Kordges: Amphibien-Schutzmaßnahmen an bestehenden Straßen -Anspruch und Wirklichkeit
10. Susanne Leber: In 9 Jahren vom mobilen Amphibienschutzzaun zur stationären Schutzanlage - Eine Fallstudie aus der Spreewaldniederung
11. Norbert Schneeweiss, Manfred Wolf & Gerhard Alscher: Untersuchungen zum Verhalten juveniler Amphibien an der stationären Schutzanlage einer Bundesstraße
12. Rolf Schneider, Manfred Wolf, Norbert Schneeweiss & Gerhard Alscher: Zur Effizienz einer Stelztunnelanlage in der Uckermark13. Beat von Wyl & Adrian Borgula: Amphibienschutz an der Rigi-Südlehne (Zentralschweiz)
14. Heike Zbierski & Norbert Schneeweiss: Der Barriereeffekt verschiedener Leiteinrichtungen für den Laubfrosch (Hyla arborea)
15. Arno Geiger & Andreas Kronshage: Bibliografie zum Technischen Amphibienschutz an Straßen, Bahndämmen, Kläranlagen und weiteren technischen Bauwerken

Die Zauneidechse - zwischen Licht und Schatten

Die Zauneidechse

aus Rundbrief Nr. 25 - Juni 2004:

Die Zauneidechse - zwischen Licht und Schatten
von Ina Blanke

Bielefeld (Laurenti-Verlag) Mai 2004, 160 S., mit 61 Abb., 14 Tab. und 8 Farbtafeln, Br, 15 x 21 cm, ISBN 3-933066-19-0

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