2006

Die Lurche und Kriechtiere Sachsen-Anhalts

Herpetofauna Sachsen-Anhalt

aus Rundbrief Nr. 30 - Januar 2006:

Die Lurche und Kriechtiere Sachsen-Anhalts
- Verbreitung, Ökologie, Gefährdung und Schutz -
von Frank Meyer, Jürgen Buschendorf, Uwe Zuppke, Fred Braumann, Martin Schädler und Wolf-Rüdiger Grosse (Hrsg.)

Zeitschrift für Feldherpetologie, Supplement 3, Laurenti-Verlag, Bielefeld
Bielefeld (Laurenti-Verlag) Januar 2004, 240 S., mit zahlr. Tab. und Abb. sowie 8 Farbtafeln; Br, 17 x 24 cm, ISBN 3-933066-17-4

Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Geschichte der herpetologischen Erforschung Sachsen-Anhalts
1.2 Projekt „Herpetofauna Sachsen-Anhalt“ - Datengrundlagen, Methoden und Bearbeitungsstand
1.3 Verzeichnis der Mitarbeiter - Danksagung
2 Naturräumliche Gliederung Sachsen-Anhalts
3 Ergebnisse
3.1 Gesamtartenspektrum in der Übersich
3.2 Spezieller Teil - Einzelbeschreibung der Arten
4 Gefährdung und Schutz
4.1 Rote Liste der gefährdeten Lurche und Kriechtiere
4.2 Amphibien- und Reptilienschutz
4.2.1 Gesetzliche und administrative Schutzmaßnahmen
4.2.2 Praktische Schutzmaßnahmen
4.2.3 Schutz der Amphibienfauna im besiedelten Bereich
4.3 Weiterer Forschungsbedarf - Ausblick
5 Literatur

Nach dem Verbreitungsatlas der Amphibien Sachsens ist nun auch ein Verbreitungsatlas der Lurche und Kriechtiere des Bundeslandes Sachsen-Anhalt erschienen. Seit Mitte der 90er Jahre wurde dieses Bundesland nahezu flächendeckend kartiert und nun konnten die über 19300 Datensätze zum ersten Mal punkt- bzw. flächenscharf in einem Verbreitungsatlas dargestellt werden. Hervorzuheben ist, dass sowohl die Erarbeitung der Datengrundlage als auch die Auswertung und Darstellung der Ergebnisse im Verbreitungsatlas in ausschließlich ehrenamtlicher Tätigkeit von den Mitgliedern des NABU-Landesfachausschusses Feldherpetologie in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt geleistet wurden.
Der insgesamt 240 Seiten starke Verbreitungsatlas ist in verschiedene Abschnitte untergliedert. Nach einem Vorwort der Herausgeber folgt eine längere Einführung, in der die Geschichte der herpetologische Erforschung von Sachsen-Anhalt, die Organisation des aktuellen Projektes, die Kartiermethoden, die Dokumentation und Aufbereitung sowie die Prüfung und Auswertung der Daten dargestellt werden. Komplettiert wird die Einführung durch ein Verzeichnis sämtlicher Mitarbeiter und eine Danksagung. Anschließend folgt eine sehr ausführliche Beschreibung der naturräumlichen Gliederung Sachsen-Anhalts mit allen sieben Großlandschaften, die insgesamt 49 verschiedene Landschaftseinheiten umfassen. Danach folgt der Ergebnisteil, der nach der Darstellung der gesamten Funde die Verbreitungskarten aller 18 Amphibien- (einschließlich des Hybriden Rana kl. esculenta) und 7 Reptilienarten des Bundeslandes enthält. Anschließend folgt noch ein Kapitel über "eingebürgerte" Arten. Im abschließenden Teil wird ausführlich auf die Gefährdung und den Schutz der Herpetofauna von Sachsen-Anhalt eingegangen. Das wichtigste Kapitel umfasst die Anmerkungen zur Roten Liste Sachsen-Anhalts von 1992 und die Begründungen zu den aktuellen Einstufungen aller Arten, die sich in der im Druck befindlichen neuen Roten Liste niederschlagen werden. Je ein Beitrag zu den gesetzlichen Schutzbestimmungen in Deutschland und in Sachsen-Anhalt, zu Aspekten des Amphibien- und Reptilienschutzes in der Landschaftsplanung, zum Amphibienschutz an Verkehrswegen, zum Schutz der Amphibienfauna im Siedlungsbereich sowie zu den sonstigen Aktivitäten zum Schutz der Herpetofauna in Sachsen-Anhalt runden das Kapitel ab. Ein kurzer Beitrag zum weiteren Forschungsbedarf, ein ausführliches Literatur- und ein Abkürzungsverzeichnis finden sich am Ende des Atlas.
Für Feldherpetologen aus anderen Bundesländern sind natürlich die Kapitel zur Verbreitung der einzelnen Arten am interessantesten, insbesondere weil in Sachsen-Anhalt Feuersalamander, Bergmolch, Fadenmolch und Geburtshelferkröte ihre nordöstlichen Arealgrenzen haben und auch die westliche Verbreitungsgrenze der Rotbauchunke mitten durch das Bundesland verläuft. Zusätzlich sind auch noch die isolierten Springfroschvorkommen von besonderem zoogeografischen Interesse. Da die Artkapitel von unterschiedlichen Autoren bearbeitet wurden, sind sie gelegentlich etwas uneinheitlich. Besonders die voran gestellten Kurzbeschreibungen der jeweiligen Art und die Beschreibung ihres europäischen Verbreitungsgebietes wirken überwiegend banal und sind häufig fehlerhaft. Hier kann der Leser beispielsweise erfahren, wie sich ein Bergmolch von einem jungen Kammmolch unterscheidet (S. 61), dass der Teichmolch nicht auf den "Iberischen Inseln" verbreitet ist (S. 72), dass der Laubfrosch nicht in der Lage ist, das Wetter vorherzusagen (S. 115), der Moorfrosch unter anderem bis "Nord-Jugoslawien" vorkommt (S. 122) und "Kreuzottern als lebendgebärend gelten, da die Jungen die Eihülle während des Geburtsvorganges verlassen" (S. 185). Außerdem ist die Beschreibung der Verbreitung des Seefrosches inzwischen völlig überholt (S. 142) und die eigenständige Art Anguis cephallonica wird immer noch als Unterart der Blindschleiche Anguis fragilis peloponnesiacus geführt (S. 160). Eine konkrete Aussage zur Unterartzugehörigkeit der sachsen-anhaltischen Feuersalamanderpopulationen sucht man dagegen vergeblich. Insgesamt sind diese Unterkapitel in einem Verbreitungsatlas, der fast ausschließlich von Fachleuten gelesen wird, vollkommen überflüssig.
Leider fallen beim Lesen der Artkapitel weitere Fehler auf, wie zum Beispiel die Angabe zu den Größenunterschieden von männlichen und weiblichen Rotbauchunken (S. 89). Außerdem ist der erste Absatz zur Verbreitung der Kreuzkröte in Sachsen-Anhalt wortgleich mit dem Absatz im Kapitel über die Wechselkröte (S. 104 und S. 112) und der zweite Absatz über Gefährdung und Schutz des Moorfrosches ist - vielleicht durch einen fehlenden Textteil - unverständlich (S. 126). Auch das Literaturverzeichnis ist nicht vollständig; bei einer stichprobenartigen Durchsicht fehlte z. B. das Zitat "Sänger (1956)". Insgesamt hätte man sich hier ein sorgfältigeres Gegenlesen und Korrigieren von Seiten der Herausgeber gewünscht. Dadurch hätten viele dieser kleinen Fehler leicht vermieden werden können.
Sehr merkwürdig mutet dann das Kapitel über "eingebürgerte" Arten an. Hier wird ausführlich auf den Grottenolm eingegangen. Insgesamt 18 Tiere wurden in den Jahren 1931 und 1956 in einem künstlichen Becken in der Herrmannhöhle im Harz ausgesetzt. Von diesen Tieren lebten im Jahr 1985 noch 12 Tiere, die von Höhlenmitarbeitern regelmäßig mit "handelsüblichem Fischfutter" versorgt werden. Eine Fortpflanzung konnte nie erfolgen, da es sich ausschließlich um männliche Exemplare handelt. Warum diese Tatsachen ausführlich in einem eigenen Kapitel auf über zwei Seiten mit Abbildung in einem Verbreitungsatlas der heimischen Herpetofauna dargestellt werden, ist völlig unverständlich, zumal es sich hier natürlich nicht um eine echte Einbürgerung handelt. Legt man solche Kriterien zugrunde, müssten demnächst zum Beispiel in einer lokalen Fauna über die Säugetiere der Stadt Münster auch die Indischen Elefanten des Münsteraner Zoos mit bearbeitet werden, besonders weil die sich ja sogar gelegentlich fortpflanzen. Und über die Flut von "eingebürgerten" Arten in einer lokalen Bearbeitung der Vogelwelt möchte man gar nicht erst nachdenken, müssten doch alle Arten von exotischen Kleinvögeln berücksichtigt werden, die sich im Tropenhaus des zoologischen Gartens zumeist regelmäßig und erfolgreich vermehren und damit schon deutlich mehr Einbürgerungskriterien erfüllen als die sachsen-anhaltischen Grottenolme. Anschließend wird die Problematik der "eingeschleppten" Schildkrötenarten dagegen auf nur einer dreiviertel Seite abgehandelt.
Die Aufmachung des Atlas ist erheblich schlichter als beim kürzlich erschienen Pendant aus Sachsen, das allerdings auch sehr stark mit Landesmitteln gefördert wurde. Die meisten Leser dürften allerdings eine Übersichtskarte über das Bundesland Sachsen-Anhalt schmerzlich vermissen, ist doch die Lokalisation beispielsweise der Flussniederungen von Aland, Tanger, Mulde, Weißer und Schwarzer Elster, Luppe oder Unstrut für den Ortsunkundigen nicht so ohne weiteres zu bewältigen. Auch eine durchsichtige Folie mit den naturräumlichen Einheiten zum Auflegen auf die Verbreitungskarten gibt es leider nicht. Mit je vier Farbseiten à drei Fotos zu den Biotoptypen und den Amphibien- und Reptilienarten ist die Ausstattung mit Fotos ebenfalls eher sparsam. So werden fünf der behandelten Arten gar nicht erst abgebildet. Ist dies noch zu verschmerzen, da ohne Förderung die Kosten für ein solches Werk einfach gering gehalten werden müssen, ist leider festzustellen, dass es den Herausgeben in sehr vielen Fällen nicht gelungen ist, Fotos von Individuen aus Sachsen-Anhalt aufzutreiben. So zeigen 5 der 12 Farbfotos Individuen aus anderen Bundesländern, was sogar abgebildete Besonderheiten wie rotrückige Zauneidechsen betrifft, und insgesamt stammt fast die Hälfte aller Fotos von Tieren aus benachbarten Bundesländern. Mit etwas mehr Engagement seitens der Herausgeber wäre es bei der recht großen Anzahl der Kartierer sicherlich möglich gewesen, für einen Atlas über die in Sachsen-Anhalt heimische Herpetofauna auch gute Bilder einheimischer Tiere aufzutreiben, zumal dies auch Arten wie Teich- und Kammmolch betrifft, die ziemlich häufig und weit verbreitet sind.
Trotz der aufgeführten Mängel kann der Verbreitungsatlas der Amphibien und Reptilien Sachsen-Anhalts dem interessierten Herpetologen aber durchaus empfohlen werden, da das Werk insgesamt eine Fülle wertvoller und interessanter Informationen enthält. Allerdings ist der Preis mit 30,00 € (Abo 26,50 €) jeweils inklusive Versand nicht ganz niedrig. Thomas Mutz

Der Feuersalamander

Der Feuersalamander

aus Rundbrief Nr. 30 - Januar 2006:

von Burkhard Thiesmeier

Supplement der Z. f. Feldherpetologie 4. Bielefeld (Laurenti); Oktober 2004, 192 S., 71 Abb., 16 Tab. und 32 Tafeln in Farbe, gebunden, 15 x 21 cm, ISBN 3-933066-21-2

Kaum eine andere Amphibienart ist in Europa so weit verbreitet, hat so viele Unterarten ausgebildet, konnte so viele verschiedene Lebensräume mit so unterschiedlichen Anpassungsstrategien erobern und ist nebenbei auch noch so gut erforscht wie der Europäische Feuersalamander (Salamandra salamandra). Daher liegt es nahe, dass in einem ambitionierten Verlag mit überwiegend herpetologischer Ausrichtung wie dem Laurenti-Verlag aus Bielefeld auch dieser Art ein eigenes Werk gewidmet wird, zumal der Autor schon am Kapitel über den Feuersalamander im kürzlich erschienen "Handbuch der Reptilien und Amphibien Europas" maßgeblich beteiligt war (Thiesmeier & Grossenbacher 2004). Aufgrund des großen Umfanges von 192 Seiten ist diese Artmonografie nun nicht als Beiheft, sondern als Supplementband der Zeitschrift für Feldherpetologie erschienen.
Nach einer kurzen Einleitung beginnt der Band mit dem Kapitel "Beschreibung, Systematik und Verwandtschaft". Aufgrund neuerer genetischer Untersuchungen sind in den letzten Jahren einige ehemalige Unterarten des Feuersalamanders in den Artrang erhoben worden. Dies betrifft den Korsischen (S. corsica) ebenso wie den Nordafrikanischen (S. algira) und den Vorderasiatischen Feuersalamander (S. infraimmaculata). Zum Teil sind diese Arten auch wieder in Unterarten gegliedert. Im Gegensatz zum "Handbuch der Amphibien und Reptilien Europas", in dem die außereuropäischen Formen leider nicht berücksichtigt werden, wird an dieser Stelle erfreulicherweise die gesamte Feuersalamander-Gruppe, bestehend aus vier Arten mit insgesamt 15 Unterarten (einschließlich der umstrittenen Form S. s. beschkovi und der nie anerkannten aber als Unterart diskutierten Form S. s. werneri), vollständig behandelt.
Auch im anschließenden Kapitel "Verbreitung" werden alle Arten und Unterarten (außer S. s. beschkovi und S. s. werneri) aus der Feuersalamander-Gruppe dargestellt, wobei deutlich wird, dass teilweise mehr und genauere Informationen über die außereuropäischen Vorkommen vorliegen als über die Verbreitung des Feuersalamanders in einigen Teilen Europas wie beispielsweise dem Balkan. Besonders ausführlich wird die Verbreitung in Deutschland einschließlich der Grenzen und Überschneidungsgebiete der beiden hier beheimateten Unterarten S. s. salamandra und S. s. terrestris dokumentiert.
Im Kapitel "Lebensräume und Vergesellschaftung" werden hauptsächlich die Landhabitate, Tagesverstecke und Winterquartiere ebenso wie die Laichgewässer in Mitteleuropa dargestellt. Auf die sehr unterschiedlichen Biotoptypen in Südeuropa, wo der Feuersalamander an einigen Stellen sogar als Kulturfolger mit einer urbanen Verbreitung auftritt, wird in einem eigenen Unterkapitel eingegangen.
Vergleichsweise kurz ist das Kapitel "Balz und Paarung", hauptsächlich wohl deshalb, weil diese Thematik schon in anderen Werken ausführlich behandelt wurde und kaum neue Erkenntnisse in den letzten Jahren hinzugekommen sind.
Sehr ausführlich wird dann im Kapitel "Die Larvalphase: kurz, aber ent-scheidend" auf die Entwicklung des Feuersalamanders und ihre ökologischen Aspekte eingegangen. Dies ist sicher ein Hauptthema des vor-liegenden Buches, worauf schon in der Einleitung vom Autor hingewiesen wird, der vor einigen Jahren hierüber auch seine Dissertation geschrieben hat (Thiesmeier 1988). Vom Zeitpunkt der Geburt, über die Anzahl und Größe der Larven pro Muttertier, die Entwicklungsdauer der Larven, ihre Nahrung und Feinde bis zu Metamorphose und Landgang wird dieser für die Evolution und Populationsdynamik der Art so wichtige Lebensabschnitt ausführlich bearbeitet. Aufgrund der Untersuchungen, die vornehmlich in Deutschland und nur zu einem kleinen Teil in angrenzenden Ländern durchgeführt wurden, liegt der Betrachtungsschwerpunkt deutlich auf den mitteleuropäischen Populationen. Auf die sehr interessante Fortpflanzung der südeuropäischen Feuersalamander, die teilweise eine verlängerte Larvalphase besitzen, teilweise aber auch voll metamorphosierte Jungtiere an Land gebären (Juvieparie) und die Entstehung dieser zum Teil mehrfach parallel entwickelten Strategien wird in einem eigenen Unterkapitel eingegangen. Abschließend werden die besonderen ökologischen Bedingungen, die für die Larven in Fließgewässern herrschen, beschrieben.
Im nächsten Kapitel "Das lange Leben an Land" wird deutlich, dass über diesen Lebensabschnitt des Feuersalamanders - insbesondere über die juvenilen Tiere - deutlich weniger Erkenntnisse vorliegen als über die Larvalphase. Es werden alle wichtigen Bereiche aus dem Leben adulter Tiere wie Alter, Nahrung, Feinde, Aktivitätsrhythmen, Aktionsradien, Ortstreue, Giftigkeit etc. eingehend behandelt. Ein eigener Abschnitt ist der sehr interessanten Populationsdynamik des Feuersalamanders gewidmet, der als Larve eine deutliche "r"- als adultes Tier dagegen eine "K"-Strategie zeigt.
Alle wichtigen Gefährdungsfaktoren und die Möglichkeiten zum Schutz des Feuersalamanders werden im Kapitel "Gefährdung und Schutz" behandelt, wobei die Landlebensräume und die Larvalgewässer getrennt betrachtet werden, weil auf beide Bereiche ganz unterschiedliche Faktoren wirken. Ein kleines Kapitel über den Schuhe tragenden Verwandten "Lurchi", ein ausführliches Literaturverzeichnis mit 339 zitierten Arbeiten und ein kurzes Register beschließen das Buch.
Diese Artmonografie wurde sehr kompetent und gründlich ausgearbeitet und ist so informativ, dass beim Leser kaum Wünsche offen bleiben. Die große Sorgfalt zeigt sich unter anderem darin, dass im gesamten Buch kaum Fehler zu finden sind. Beim sorgfältigen Durchlesen fielen lediglich zwei unbedeutende inhaltliche Fehler auf. So sind die Längenangaben zu den Kiemenästen der Feuersalamanderlarven bei 20 % und 100 % Sauerstoffsättigung im Wasser vertauscht (S. 109), ebenso wie die beiden Begriffe "physiologisch" und "morphologisch" im Zusammenhang mit den evolutionären Anpassungen des Feuersalamanders an die Larven gebärende Fortpflanzungsweise (S. 161). Auch die Anzahl von simplen Schreibfehlern ist erfreulich gering und bei den Abbildungen wurde lediglich einmal ein Foto verkehrt herum gesetzt (S. 18, Tafel 2, oben).
Besonders hervorzuheben ist die reichhaltige Bebilderung dieses Bandes. Auf 32 Farbtafeln werden alle Arten und Unterarten der Feuersalamander-Gruppe bis auf die umstrittene Unterart S. s. beschkovi in zum Teil mehreren Varianten auf insgesamt 69 Farbfotos vorgestellt. Dies dürfte in der herpetologischen Literatur eine bislang einmalige Sammlung von farbigen Abbildungen sein, welche die faszinierende Vielfalt und die Variationsbreite des Feuersalamanders eindrucksvoll dokumentiert. Zusätzlich gibt es noch 14 Farbbilder von Lebensräumen aus den verschiedensten Teilen des Verbreitungsgebietes, 7 von Larven und 9 weitere Bilder zu Geburt, Farbkleidentwicklung und Farbanomalien. Zusammen mit den 71 Schwarzweißabbildungen und dem festen "natürlich" ganz in schwarz-gelb gehaltenen Einband rechtfertigt diese Ausstattung auch den Preis des Buches.
Insgesamt betrachtet ist es dem Autor ganz hervorragend gelungen, ein aktuelles Profil der Artengruppe Feuersalamander zu zeichnen. Das gesamte Werk kann jedem interessierten Feldherpetologen oder Terrarianer, der sich näher mit dem Feuersalamander beschäftigen möchte, uneingeschränkt empfohlen werden.
Literatur
Thiesmeier, B. (1988): Zur Ökologie und Populationsdynamik des Feuersalamanders (Salamandra salamandra terrestris Lacépède, 1788) im Niederbergischen Land unter besonderer Berücksichtigung der Larvalphase. - Dissertation Universität- Gesamthochschule Essen.
Thiesmeier, B. & K. Grossenbacher (2004): Salamandra salamandra (Linnaeus, 1758) - Feuersalamander. In: Thiesmeier, B. & K. Grossenbacher (Hrsg.): Handbuch der Reptilien und Amphibien Europas. Schwanzlurche IIB: 1059-1132. - Wiebelsheim, Aula-Verlag.
Thomas Mutz

Bioakustik der Froschlurche

Bioakustik der Froschlurche

aus Rundbrief Nr. 30 - Januar 2006:

Bioakustik der Froschlurche. Einheimische und verwandte Arten
von Hans Schneider

Supplement der Zeitschrift für Feldherpetologie 6, Laurenti-Verlag, 136 S. plus Audio-CD, ISBN 3-933066-23-9

Das umfangreiche und detaillierte Buch "Bioakustik der Froschlurche" von Prof. Hans Schneider aus Bonn ist das Ergebnis jahrzehntelanger Feldstudien in ganz Europa. Seine über 40 Jahre kontinuierlich fortgesetzten Arbeiten werden hier erstmals zusammenfassend dargestellt. Behandelt werden die Rufe und das Rufverhalten der 14 einheimischen Arten unter Auftrennung des Wasserfrosch-Komplexes sowie 11 verwandter Arten aus Europa und angrenzenden Gebieten, darunter einige von ihrer Typuslokalität. Neben den Paarungsrufen bei teilweise verschiedenen Wasser- oder Lufttemperaturen werden auch Revier- und Befreiungsrufe vorgestellt. Zu jeder Art veranschaulichen Oszillogramme die zeitliche Gliederung der Rufe und Sonagramme (Frequenzspektrogramme) die beim Rufen verwendeten Tonhöhen. Textlich detailliert beschrieben werden das Paarungs- und Rufverhalten der Arten über ihre Aktivitätsperioden hinweg sowie die Abhängigkeit der Paarungsrufe von der Körpergröße der Tiere, von Wasser- und Lufttemperaturen, Niederschlag, Tageszeit etc. Von fast allen Arten sind auch Fotos während des Rufens abgebildet.
Besonders erwähnenswert ist die im Preis enthaltene CD, die mit 83 Tracks für jede Art zwischen zwei und maximal sieben verschiedene Ruffrequenzen präsentiert, die H. Schneider über viele Jahre hinweg sowohl im Freiland als auch im Labor zusammengetragen hat. Sehr anschaulich werden so Rufe bei verschiedenen Wasser- und Lufttemperaturen sowie unterschiedlichen Größen der Tiere vorgestellt. Neben dem Eigengebrauch ist diese CD zusammen mit einem transportablem CD-Player sehr empfehlenswert für Exkursionen und Vorträge: Sie er-möglicht es, das ganze Spektrum der heimischen Froschlurche eindrucksvoll zu präsentieren. Monika Hachtel

Verhalten der Zauneidechse

Verhalten der Zauneidechsen

aus Rundbrief Nr. 30 - Januar 2006:

Verhalten der Zauneidechse. Kampf - Paarung - Kommunikation
von Gerhard Weyrauch
und einem Vorwort von Hans-Konrad Nettmann

Supplement 8 der Zeitschrift für Feldherpetologie, September 2005, 144 S., 83 Abb.; ISBN 3-933066-27-1

Die zugrundeliegenden Untersuchungen hat der Autor bereits Anfang der 70er Jahre erhoben, aber - darauf weist Hans-Konrad Nettmann in seinem Vorwort zu dieser Arbeit hin - aus verschiedenen Gründen erst 1985 als Dissertationsdruck eingereicht (erschienen 1986). Die Arbeit von Weyrauch ist daher auch ein Zeugnis der Ethologie dieser Zeit und als klassische Studie auf Basis des Ethogramms zu sehen. Manche Erklärungen würden im Lichte der modernen Soziobiologie heute sicher etwas anders ausfallen, doch stellt diese Arbeit auch nach mehr als 20 Jahren wohl die ausführlichste Verhaltenstudie über Zauneidechsen dar und ist daher eine maßgebliche Quelle zur Lacertiden-Ethologie. Sie blieb leider weitgehend unbeachtet und wurde selbst von Zauneidechsen-Forschern nur sehr selten zitiert. Mit der Veröffentlichung im Laurenti-Verlag darf man hoffen, dass sie - wenn auch mit einiger Verspätung - stärkere Beachtung und die verdiente Würdigung finden wird. Der Meinung, die Hans-Konrad Nettmann in seinem Vorwort formuliert, dass, wer zukünftig über das Verhalten von Lacertiden arbeitet, sich mit der wichtigen Arbeit von Weyrauch befassen muss, darf ich mich hier uneingeschränkt anschließen. M. Schlüpmann

"Synopsis Reptilium" von Laurenti 1768

Laurenti 1768

aus Rundbrief Nr. 30 - Januar 2006:

Faksimile Reprint der "Synopsis Reptilium" von Laurenti 1768

Specimen Medicum, Exhibens Synopsin Reptilium Emendatam cum Experimentis Circa Venena et Antidota Reptilium Austriacorum.
Medical Treatise, Exhibiting an Emended Synopsis of Reptiles, with Experiments Concerning Venoms and Antidotes for Austrian Reptiles
Faksimile Reprint des lateinischen Originals von Josephi Nicolai Laurenti mit einer englischen Übersetzung von Sergius L. Kuzmin und einem Vorwort von Wolfgang Böhme

Supplement 7 der Zeitschrift für Feldherpetologie, Juni 2005, 247 S., Br, 15 x 21 cm; ISBN 3-933066-24-7

Der Name Laurenti ist vielen Herpetologen wohl vertraut. Viele wissenschaftliche Namen der Amphibien und Reptilien nennen als Erstautor Laurenti und die Jahreszahl 1768. Laurenti publizierte seine "Synopsis Reptilium", die seinerzeit noch beide Tiergruppen - Amphibien und Reptilien - umfasste, in der damaligen Wissenschaftssprache Latein. 242 Arten in 30 Gattungen wurden von ihm beschrieben. 39 Namen von Arten und Gattungen sind bis heute gültig. Es ist nicht der erste Reprint dieses nur 10 Jahre nach dem grundlegenden Werk von Linnaeus 1758 erschienen Klassikers der herpetologischen Systematik. Bereits 1966 erschien bei A. Asher & Co. in Amsterdam ein Reprint. Dennoch sind beide Nachdrucke nicht vergleichbar, da das jetzt im Laurenti-Verlag erschienene Buch ungleich mehr bietet. Der russische Herpetologe Sergius L. Kuzmin hat sich der mühevollen Arbeit unterzogen, das lateinische Original dieser grundlegenden Arbeit zu übersetzten. Original und Übersetzung sind in diesem Reprint gegenüber-gestellt. Kuzmin liefert zugleich eine interessante Einführung, kommentiert und erläutert den Text in Endnoten und schlüsselt am Ende die teilweise veraltete Nomenklatur auf. Damit ist ein Klassiker inzwischen wieder verfüg- und lesbar geworden. M. Schlüpmann

Amphibien und Reptilien im Kreis Borken

Herpetofauna Kreis Borken

aus Rundbrief Nr. 30 - Januar 2006:

Amphibien und Reptilien im Kreis Borken
Arbeitskreis Herpetofauna Kreis Borken, Redaktion: Dietmar Ikemeyer, Friedrich Pfeifer, Christoph Aschemeier, Jörg Kinkele (mit Beiträgen von Christoph Aschemeier, Bernd von Bülow, Hans Glader, Dietmar Ikemeyer, Jörg Kinkele, Ralf Krechel, Thomas Mutz, Matthias Olthoff, Peter Pavlovic, Friedrich Pfeifer, Richard Podloucky, Martin Steverding, Jan Strionks, Ralf Volmer, Marten Zonderwijk)

Verlag/Herausgeber: Biologische Station Zwillbrock e. V., Vreden, 2005, 156 Seiten mit 71 SW-Abbildungen und 16 Farbtafeln; 9,- €, ISBN 3-926211-14-8

Bezug: Biologische Station Zwillbrock e. V., Zwillbrock 10, 48691 Vreden, E-Mail: info@bszwillbrock.de; www.bszwillbrock.de

Band zur Amphibien-Tagung 2004 in Quakenbrück

aus Rundbrief Nr. 30 - Januar 2006:

Tagungsband zur Amphibien-Tagung 2004 in Quakenbrück

Inhalt: Rolf Wellinghorst: Amphibien als Unterrichtsthema 4, Thomas Mutz: Bestimmung und Erfassungsmöglichkeiten heimischer Amphibien 9, Thomas Mutz: Praktische Erfahrungen mit Artenhilfsmaßnahmen für den Kammmolch (Triturus cristatus) 34, Dieter Glandt: Zwei Jahrzehnte Moorfroschschutz (Rana arvalis) im Westmünsterland. Konzeption, Maßnahmen, Resultate 37, Thomas Mutz: Zur Situation des Laubfrosches (Hyla arborea) im Münsterland und die Bemühungen zum Schutz der Art 39, Andreas Husicka: Die Laubfroscherfassung in Stadt und Landkreis Osnabrück - aktueller Stand 43, Martin Gellermann: Von Kammmolchen, Autobahnen und Gewerbegebieten - Amphibienschutz durch Artenschutzrecht 51.

Bezug: Der Tagungsband kann durch Überweisung von 5 € (inkl. Versandkosten) je Exemplar auf das Konto 18812883 der Kreissparkasse Bersenbrück (BLZ 26551540) der RANA e.V. bestellt werden. Im Verwendungszweck ist bitte das Stichwort -TA- sowie die Versandanschrift anzugeben!

Kleingewässer in Nordrhein-Westfalen

Kleingewässer in NRW

aus Rundbrief Nr. 30 - Januar 2006:

Kleingewässer in Nordrhein-Westfalen - Beiträge zur Kulturgeschichte, Ökologie, Flora und Fauna stehender Gewässer
Hrsg. von Andreas Pardey & Bernd Tenbergen

Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde 67, Heft 3; November 2005, 248 S. und Beilagen (Tabellen), zahlreiche Abbildungen und Tabellen; in festem Einband, ISBN 3-924590-87-7

Beiträge zur Ökologie, Typologie, zu Naturschutzzielen, zur Kulturgeschichte anthropogener Gewässer, über Karpfenzuchtanlagen (Flora, Fauna), Artenschutzgewässer (Flora, Moose), Heideweiher (Flora), Erdfälle, das Arteninventar ausgewählter Gewässer, die Molluskenfauna, Kleingewässer in Südwestfalen (Charakteristik, Libellen, Wirbeltiere) und Libellen in Laubfrosch-Schutzgewässern.
Inhalt: Vorwort und Danksagung 3, Andreas Pardey, Karl-Heinz Christmann, Reiner Feldmann, Dieter Glandt & Martin Schlüpmann: Die Kleingewässer: Ökologie, Typologie und Naturschutzziele 7-42, Bernd Tenbergen: Anthropogen entstandene Kleingewässer - Zur kulturhistorischen und ökologischen Bedeutung kleinflächiger Stillgewässer und ihres Umfeldes 43-74, Martina Jaletzke & Bernhard Walter: Zur Flora, Vegetation und Fauna von Karpfenzuchtanlagen in Westfalen 75-90, Uwe Raabe & Klaus van de Weyer: Zur floristischen Bedeutung und Entwicklung von Artenschutzgewässern in Nordrhein-Westfalen 91-112, Carsten Schmidt, Peter Erzberger & Andreas Solga: Zur Moosflora von Artenschutzgewässern in Westfalen 113-128, Klaus Kaplan: Nährstoffarme Stillgewässer (Heideweiher) und ihre Pflanzenarten in Nordrhein-Westfalen - mit Untersuchungen zur aktuellen Bestandsentwicklung 129-151, Heinrich Terlutter: Erdfälle - Entstehung und Entwicklung natürlicher Kleingewässer im nördlichen Kreis Steinfurt 153-162, Andreas Pardey, Klaus-Jürgen Conze, Heidi Rauers & Michael Schwartze: Flora, Vegetation und Fauna ausgewählter Kleingewässer in der Westfälischen Bucht 163-190, Reiner Feldmann: Molluskenfauna westfälischer Kleingewässer - Untersuchungen 1975 bis 2000 191-200, Martin Schlüpmann, Reiner Feldmann & Albrecht Belz: Stehende Kleingewässer im Südwestfälischen Bergland - Charakteristik und Fauna am Beispiel der Libellen und der Wirbeltiere 201-222, Eberhard Günter Schmidt: Libellen als Nutznießer von Laubfrosch-Schutzgewässern im Kreis Coesfeld/Westmünsterland 223-240, Ottmar Hartwig: Kleingewässer als Objekte der Naturschutzdidaktik 241-248.

Bezug: Westfälisches Museum für Naturkunde, Sentruper Straße 285, 48161 Münster; Tel. 02501/591-05, Fax 02501/591-6098; Naturkundemuseum@lwl.org

Die westpaläarktischen Wasserfrösche

Die westpaläarktischen Wasserfrösche

aus Rundbrief Nr. 30 - Januar 2006:

Die westpaläarktischen Wasserfrösche - von Märtyrern der Wissenschaft zur biologischen Sensation
von Jörg Plötner

Beiheft 9 der Zeitschrift für Feldherpetologie, September 2005, 160 S., 44 Abb., 9 Tab. und 8 Farbtafeln; 20,- € (bei Abo der Beihefte nur 17,50 €), ISBN 3-933066-26-3

Inhalt: 1 Systematik im Wandel der Zeit - die Arten und Formen; 1.1 Die Arten der Rana ridibunda-Gruppe sensu lato: Rana ridibunda Pallas, 1771; Rana bedriagae Camerano, 1882; Rana terentievi Mezhzherin, 1992; 1.2 Rana cretensis Beerli, Hotz, Tunner, Heppich & Uzzell, 1994; 1.3 Rana epeirotica Schneider, Sofianidou & Kyriakopoulou-Sklavounou, 1984; 1.4 Die Arten der Rana lessonae-Gruppe: Rana lessonae Camerano, 1882; Rana bergeri Günther, 1985; Rana shqiperica Hotz, Uzzell, Günther, Tunner & Heppich, 1987; 1.5 Rana perezi Seoane, 1885; 1.6 Rana saharica Boulenger in Hartert, 1913; 1.7 Formen mit ungeklärtem systematischen Status: Rana cerigensis Beerli, Hotz, Tunner, Heppich & Uzzell, 1994; Rana caralitana Arikan, 1988; Weitere bisher unbenannte Formen; 1.8 Hybridogenetische Hybriden: Rana esculenta Linnaeus, 1758; Triploide R. esculenta-ähnliche Hybriden (LLR, LRR); Rana hispanica Bonaparte, 1839; Rana grafi Crochet, Dubois, Ohler & Tunner, 1995; 2 Verwandtschaftliche Beziehungen der westpaläarktischen Wasserfrösche; 3 Das Phänomen der hybridogenetischen Fortpflanzung; 4 Populationssysteme und Populationstypen: Das R. lessonae-R. esculenta (LE)-System; Das R. bergeri-R. hispanica (BH)-System; Das R. perezi-R. grafi (PG)-System; Das R. ridibunda-R. esculenta (RE)-System; R. ridibunda-R. lessonae-R. esculenta-Populationen; Reine Hybridpopulationen; 5 Gefährdung und Schutz; 5.1 Sind Wasserfrösche überhaupt gefährdet? 5.2 Gefährdungsursachen und -faktoren: Gewässerzerstörung und -verschmutzung - Gefährdungsursache Nr. 1; Gefährdungsfaktoren in terrestrischen Habitaten; Krankheiten; Fang und Handel; Allochthone Wasserfrösche und hybridogenetische Hybriden; 5.3 Schutzmaßnahmen; 6 Ausblick; 7 Literaturverzeichnis; 8 Glossar

Leben am Limit - Die Kreuzkröte

aus Rundbrief Nr. 30 - Januar 2006:

von Detlef Münch

Beiträge zur Erforschung der Dortmunder Herpetofauna 28, synergenVerlag, Dortmund 2005, 80 Seiten mit einer eingehefteten Karte und farbigen Abbildungen auf den Umschlagseiten; 24,80 € (für ehrenamtlich im Naturschutz Tätige 16,80 €), ISSN 0937-7182, ISBN 3-935634-39-0.

Bezug: synergenVerlag, Postfach 500163, 44201 Dortmund; Email: synergen@web.de

Praktische Kleingewässerkunde

aus Rundbrief Nr. 30 - Januar 2006:

von Dieter Glandt

Supplement der Zeitschrift für Feldherpetologie Nr. 9, Januar 2006 200 S. zahlr. Abb. und Tab., 8 Farbseiten 17 x 24 cm, Br., ISBN 3-933066-28-X

Verlagsankündigung: Stehende Kleingewässer (Tümpel, Teiche, kleine Weiher) stehen seit den 1970er Jahren bei Naturschützern hoch im Kurs. Auch Landschaftsplaner und Entscheidungsträger in den Behörden müssen sich oft mit ihnen beschäftigen, und Lehrer setzen sie im Unterricht ein. Bislang fehlte jedoch ein Leitfaden und Nachschlagewerk, das diese Gewässer, ihre Ökologie und Pflege sowie ihren Schutz informativ und übersichtlich behandelt. Das vorliegende Buch soll diese spürbare Lücke im Schrifttum schließen. Hierzu hat der Autor eine umfangreiche Literatur ausgewertet und seine eigenen 40-jährigen Freilanderfahrungen mit einfließen lassen.
Das Buch bringt nicht nur Standardwissen, sondern belegt, dass Vieles noch in der Diskussion ist. Dies betrifft bestimmte Pflegemaßnahmen, die Bewertung von Kleingewässern und den aktuellen Fragenkomplex der Leitbildfindung. Forschung und Praxis sind gemeinsam gefordert, offene Fragen konstruktiv anzugehen und Lösungen zu finden. Hierzu werden Anregungen gegeben.
Das Buch führt auch in die Kartierung und praktische Untersuchung von Kleingewässern ein, behandelt Möglichkeiten der Einbindung in den Schulunterricht und in Hochschulseminare. Auch Hinweise für eine naturnahe Gestaltung von Gartenteichen werden gegeben sowie die zu beachtenden Rechtsvorschriften behandelt. Nützliche Zusatzinformationen werden in übersichtlichen Infokästen geboten.
Das Buch stellt die notwendige Ergänzung und Klammer zu den vorhandenen Naturführern über die Süßwasserlebewelt einerseits und den Hochschullehrbüchern zur Limnologie andererseits dar. Es ist deshalb unentbehrlich für alle, die mit dem Thema Kleingewässer in der Praxis zu tun haben.

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