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Rundbrief 39 - 2016

Rundbrief zur Herpetofauna NRW 39 - 2016

Nachrichten 2016 Trauer über den Tod des Herpetologen und Naturschützers von Wilfrid Loos Am 29. Juli 2016 ist d...

39/1 Erinnerungen an Gerhard Hallmann

Gerhard Hallmann 2009

Trauer über den Tod des Herpetologen und Naturschützers

von Wilfrid Loos


Am 29. Juli 2016 ist der nicht nur deutschlandweit bekannte Herpetologe, Terrarianer und Naturschützer nur wenige Monate nach Vollendung seines 81. Lebensjahres gestorben.

Gerhard Hallmann wurde am 20. April 1935 in Danzig-Langfuhr geboren. Er hatte einen Bruder und vier Schwestern, sein Vater ist im Zweiten Weltkrieg gefallen. Von seinem Vater hatte er wohl seine Tierliebe geerbt, denn dieser war ein begeisterter Kanarien- und Karnickelzüchter und hatte den Sandkasten für seinen Sohn Gerhard als Freilandterrarium umgebaut. In diesem hielt Gerhard schon als Sechsjähriger Blindschleichen und Zauneidechsen. Gerhard Hallmann war schon als Kind naturkundlich interessiert.

Die Familie flüchtete, als Gerhard 10 Jahre alt war, aus Danzig. Unterwegs, bei einem Zwischenstopp in Klein Breesen bei Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) fing Gerhard Ringelnattern und hielt sie in einem Eimer. Unvergessen sind ihm auch die vielen Rotbauchunken, die die umliegenden Gewässer besiedelten, wie er dem Verfasser erzählte. Damals entwickelten sich auch schon die ersten Bestrebungen für den Schutz der Tiere einzutreten. So war Gerhard auch als Kind ein entschiedener Gegner jener Unsitte, Frösche aufzublasen und ging aktiv dagegen vor.

Auf ihrer Flucht „landete“ die Familie, im August 1946, auf der Insel Amrum. Dort interessierten ihn die großen Waldeidechsenpopulationen, die Kreuzkröten und die Moorfrösche. Untergebracht waren sie in einem ehemaligen Hotel, das allerdings 1948 in ein Kinderheim umgenutzt wurde. So ging es im September 1948 weiter in den Kreis Lippe, nach Stapelage bei Detmold. Aus der in der Nähe liegende Senne holte sich Gerhard Blindschleichen und Zauneidechsen für sein selbstgebautes Terrarium. Dieses bestand aus einer Holzkiste, die oben mit einem Fliegengitter verschlossen war.

Als Gerhard dann in seinem „Terrarium“ auch Kreuzottern hielt - die Mäuse zum Verfüttern besorgte er sich vom örtlichen Friedhof - beschwerte sich seine Mutter über die Schlangen beim Bürgermeister. Dieser gab dem Gerhard zwei „Ohrfeigen“, verbot ihm die weitere Haltung von dem „Getier“ und ließ die Kreuzottern totschlagen.

Besonders wichtig für die Entwicklung von Gerhard Hallmann waren die Buchgeschenke seines Volksschullehrers Thiel, u.a. „Die Kriechtiere und Lurche Deutschlands“ von Kurt Floericke, so las Gerhard auch zum ersten Mal etwas über einheimische Amphibien und Reptilien.

Die nach der Schule aufgenommene Lehre als Anstreicher brach er ab und begann auf dem Bauernhof der Firma Gildemeister eine Ausbildung zum Landwirtschaftlichen Gehilfe. Das war auch nicht so richtig seine Sache.

In der Umgebung von Detmold machten viele Bergleute aus Dortmund eine von ihrer jeweiligen Zeche bezahlte Kur. Diese erzählten ihm von den guten Verdienstmöglichkeiten im Bergbau, so dass er sich entschloss, 1952 als Berglehrling auf der Zeche Zollern II in Dortmund-Bövinghausen anzufangen. Er war im Lehrlingsheim der Zeche untergebracht, zu seinem Leidwesen durfte hier kein Terrarium aufgestellt werden.

1955 bewarb sich Gerhard Hallmann erfolgreich zur Polizeiausbildung. Auch auf der Polizeischule wurden keine Terrarien geduldet. Im letzten Jahr seiner Ausbildung wohnte Gerhard bei seiner Schwester, hier konnte er dann ein Freilandterrarium einrichten, zum Halten von Ringelnattern und Smaragdeidechsen. In den Jahren ohne Terrarium kompensierte Gerhard seine Leidenschaft zur Herpetologie durch intensives Beobachten und Studieren der jeweils örtlichen Fauna. Seine herpetologischen Kenntnisse erweiterte Gerhard durch fleißiges Lesen der Fachliteratur.

Nach Absolvierung der Polizeiausbildung bewarb sich Gerhard Hallmann für einen Posten in der schönen und naturkundlich hochinteressanten Eifel. Dieser Wunsch wurde aber abgelehnt und so bekam er bzw. behielt seinen Dienstsitz Dortmund. Hier suchte er ganz bewusst eine Mietwohnung, in der er auch Terrarientiere halten konnte. Sein Vermieter erlaubte ihm sogar, im nach Süden ausgerichteten Garten ein Freilandterrarium anzulegen. Gisela, die Tochter des Vermieters, wurde übrigens 1961 Frau Hallmann. Ein Jahr später war die Familie Hallmann vollständig, durch die Geburt der Tochter Claudia.

18 Jahre lang tat Gerhard Hallmann seinen Dienst auf einem Funkwagen, bis er dann weitere 18 Jahre in der Leitstelle im Polizeipräsidium arbeitete und schließlich 1995 in Pension ging.

1959 fuhr Gerhard das erste Mal in den Kaiserstuhl. Hier wollte er ein Pärchen Smaragdeidechsen fangen. Nachdem er ein Männchen erwischt hatte, sprach ihn ein Beobachter an - wie sich herausstellte, war es der bekannte Herpetologe Richard Oeser. Dieser zeigte dem Gerhard Hallmann seine Terrarienanlage und gab ihm wertvolle Tips zur Haltung von Terrarientieren. Auch machte er ihn auf den „Salamander“ aufmerksam, eine Vereinigung von Terrarianern und Herpetologen. Gerhard wurde sofort Mitglied im „Salamander“, aus dem die spätere DGHT hervorging. In Düsseldorf trafen sich die Westdeutschen Amphibien- und Reptilienliebhaber, so wurde auch Gerhard Hallmann hier regelmäßiger Gast, neben so bekannten Persönlichkeiten wie Karl Koch, Rudolf Strötgen, Hans Ziegler und Fritz Molle, um nur einige zu nennen.

Im Garten seines Wohnsitzes baute sich Gerhard Hallmann ein Gewächshaus für die Haltung auch exotischer Tiere. In der Anfangszeit waren es hauptsächlich Tiere aus dem Mittelmeergebiet und hier besonders Reptilien aus dem ehemaligen Jugoslawien. Viele Sammelreisen führten entlang der Dalmatinischen Küste. Damals gab es noch nicht so viele Zoohändler, die mit Amphibien und Reptilien handelten. Weitere Reiseziele waren Griechenland, Italien und Spanien.

Ganz besonders gern und erfolgreich pflegte er Tiere aus der Gattung Anolis. Um deren Lebensräume kennen zu lernen, unternahm Gerhard auch Reisen zu den Inseln der Kleinen Antillen. Später wandte er sich hauptsächlich der Pflege und Nachzucht der Gattung Phelsuma zu. Auch bei dieser Tiergattung gehörte er zu den äußerst erfolgreichen Nachzüchtern. Selbstverständlich suchte er auch die Lebensräume der Phelsumen auf, um so die Terra typica der jeweiligen Arten zu besuchen und zu studieren. Harald Meier benannte 1989 Gerhard Hallmann zu Ehren eine neue, von ihm auf Madagaskar gesammelte Phelsuma-Sippe als Phelsuma pusilla hallmanni (Meier 1989).

Bei Gerhard Hallmann trafen sich alle, die sich für die Herpetofauna interessierten oder Terrarianer waren. Gerhard und seine Frau Gisela waren sehr liebenswerte Gastgeber. Die vielen und häufigen Besucher beeinträchtigten allerdings auch sein Privatleben sehr stark. Dies führte dazu, dass Gerhard Hallmann Ende der 1960er Jahre,die Terrarienfreunde zu einem monatlichen Treffen außer Haus einlud, anfangs in eine Gaststätte am Mengeder Bahnhof. Damals war es noch eine kleine „Gemeinde“, ohne festes Programm oder Dia-Projektor. Bilder wurden von Hand zu Hand gegeben und jeder erzählte über seine Erfahrungen mit der Haltung und Nachzucht von Terrarientieren. Es konnten Fragen gestellt und Informationen weiter gegeben werden.

Zu diesen Zusammenkünften kamen immer mehr Terrarienliebhaber, so dass ein neuer größerer Tagungsort genutzt werden musste; die monatlichen Treffen wurden auch institutionalisiert, 1971 in eine DGHT-Stadtgruppe Dortmund maßgeblich von Gerhard Hallmann umgewandelt; er wurde folglich zu ihrem ersten Leiter gewählt. Dieses Amt übte er bis 1982 aus.

In der DGHT war Gerhard Hallmann ein gefragter Diskussionspartner und Ratgeber. Aber auch er nutzte gerne das Wissen von anderen Terrarianern und Wissenschaftlern. Wahrscheinlich hatte Gerhard Hallmann zudem alle DGHT-Tagungen besucht. Der Verfasser kann sich an viele gemeinsame Tagungsbesuche erinnern, die auf der Rückfahrt mit Exkursionen ins Gelände oder Besuche bei aktiven Terrarianern verbunden waren.

Gerhard Hallmann widmete sich auch dem Schutz der heimischen Herpetofauna und ihrer Lebensräume. Er gründete 1981 die Arbeitsgemeinschaft Amphibien- und Reptilienschutz in Dortmund (AGARD), die sich seitdem sehr erfolgreich in Dortmund für den Schutz von Fröschen, Kröten, Molchen, Schlangen und Eidechsen einsetzt.

Die Stadtverwaltung Dortmunds berief Gerhard Hallmann in den Landschaftsbeirat, in dem er viele Jahre für Natur und Umwelt wirkte. Hier beteiligte er sich auch an der Erarbeitung des Bioökologischen Grundlagen- und Bewertungskataloges für Dortmund (Blana et al. 1984, 1985, 1990).

Gerhard Hallmann wurden aufgrund seines vorbildhaften Schaffens und Wirkens viele Ehrungen verliehen. Herausragend sind davon das Bundesverdienstkreuzes und der Umweltpreis der Stadt Dortmund. Es muss auch erwähnt werden, dass sein Eintreten für Natur- und Umweltschutz nicht nur Beifall fand. Es gab auch massiven Gegenwind und Ablehnung ob seines Engagements, aber Gerhard Hallmann hat sich immer souverän verhalten und den Mut nicht sinken lassen.

Bei den westfälischen Herpetologen war Gerhard Hallmann ebenfalls sehr aktiv, er war Mitglied im Arbeitskreis des berühmten Reiner Feldmann und lieferte seine feldherpetologischen Daten zu Vorkommen, Bestand, Ökologie usw. für die Abhandlung „Die Amphibien und Reptilien Westfalens“ (Feldmann 1981). Ebenso konnten Redaktion und Autoren auf Gerhard Hallmanns aktuelle herpetologische Daten für das „Handbuch der Amphibien und Reptilien Nordrhein-Westfalens“ (Arbeitskreis Amphibien und Reptilien Nordrhein-Westfalen 2011) zurückgreifen. Bei den Jahrestagungen des Arbeitskreises Amphibien und Reptilien NRW war Gerhard Hallmann regelmäßig anwesend.

Um sein Engagement nur annähernd aufzulisten, fehlt hier der Platz. Unzählbar sind allein seine Vorträge über Natur und Umweltschutz, Amphibien und Reptilien und auch deren Haltung, Pflege und Nachzucht.

Den besten Überblick über das Wirken von Gerhard Hallmann, in vielfacher Weise, findet man in der Publikation „Die Geschichte der Herpetologie und Terrarienkunde im deutschsprachigen Raum“ (Rieck, Hallmann & Bischoff 2001) - eine weitere große Leistung aus seiner Tätigkeit. Zudem sei auf die Nachrufe in den AGARD-Publikationsorganen verwiesen.

Wir werden Gerhard Hallmann nicht vergessen. Auf örtlicher Ebene wird sein herpetologisch-naturschutzfachliches Lebenswerk von den Dortmunder Naturschützern mit hohem Elan weitergeführt; seine taxonomisch-ethologischen Untersuchungen vor allem an Anolis und Phelsuma bilden eine Grundlage weiterer Forschungen; das von ihm maßgeblich mit erarbeitete oben genannte Buch zur Historie der Herpetologie und Terrarienkunde in den deutschsprachigen Ländern wird lange das Standardwerk bleiben... - um nur drei bleibende „Meilensteine“ zu nennen, die Gerhard Hallmann gesetzt hat. Wir sind über seinen Tod sehr traurig.

Fotos
1 Exkursion zum Kaiserstuhl 1976; v. l. Wilfrid Loos, Gerhard Hallmann, Horst Juschka. Foto: Sammlung W. Loos
2 Exkursion in Jugoslawien 1984; v. l. Gerhard Hallmann, Schlangenexperte Bozo Mesnic, Wilfrid Loos, Ekkehard van Haut. Foto: Sammlung W. Loos
3 Tagung des Arbeitskreises im November 2005 in Oberhausen. Foto: Martin Schlüpmann
4 Gerhard Hallmann 2009. Foto: privat
5 Gerhard Hallmann 2009. Foto: privat
6 Gerhard Hallmann 2010. Foto: Sammlung W. Loos

Literatur

Arbeitskreis Amphibien und Reptilien Nordrhein-Westfalen in der Akademie für ökologische Landesforschung e. V. (Hrsg.) (2011): Handbuch der Amphibien und Reptilien Nordrhein-Westfalens. Bd. 1 & Bd. 2; zus. 1296 S.

Blana, H., unter Mitarb. v. H.-W. Böcking, D. Büscher, H. F. Gorki, G. Hallmann, E. Kretzschmar & R. Neugebauer (1984): Bioökologischer Grundlagen- und Bewertungskatalog für die Stadt Dortmund. Teil 1: Methodik der Datenerfassung und Landschaftsbewertung; Allgemeine Bewertungsgrundlagen für das gesamte Stadtgebiet. – Dortmund (Stadt Dortmund unter Beteiligung des KVR).

Blana, H., unter Mitarb. v. H.-W. Böcking, D. Büscher, H. F. Gorki, G. Hallmann, E. Kretzschmar & R. Neugebauer (1984): Bioökologischer Grundlagen- und Bewertungskatalog für die Stadt Dortmund. Teil 2: Spezielle ökologische Grundlagen und Landschaftsbewertung für das Landschaftsplangebiet “Dortmund-Nord” (Stadtbezirke Mengede, Eving, Scharnhorst) – (Hrsg.: Stadt Dortmund unter Beteiligung des KVR).

Blana, H., unter Mitarb. v. H.-W. Böcking, D. Büscher, H. F. Gorki, G. Hallmann, E. Kretzschmar & R. NeugebauerBewertungskatalog für die Stadt Dortmund. Teil 3: Spezielle ökologische Grundlagen und Landschaftsbewertung für das Landschaftsplangebiet “Dortmund-Süd” (Stadtbezirke Hombruch, Hörde, Aplerbeck) – (Hrsg.: Stadt Dortmund unter Beteiligung des KVR).

Blana, H., unter Mitarb. v. H.-W. Böcking, D. Büscher, H. F. Gorki, G. Hallmann, E. Kretzschmar, D. Münch & R. Neugebauer (1990): Bioökologischer Grundlagen- und Bewertungskatalog für die Stadt Dortmund. Teil 4: Spezielle ökologische Grundlagen und Landschaftsbewertung für das Landschaftsplangebiet “Dortmund-Süd” (Stadtbezirke Hombruch, Hörde, Aplerbeck) – (Hrsg.: Stadt Dortmund unter Beteiligung des KVR).

Feldmann, R. (Hrsg.) (1981): Die Amphibien und Reptilien Westfalens. - Abhandlungen aus dem Landesmuseum für Naturkunde zu Münster in Westfalen 43; 161 S.

Meier, H. (1989): Eine neue Form aus der lineata-Gruppe der Gattung Phelsuma auf Madagaskar. Salamandra 25: 3/4, S. 230-236; Bonn.

Rieck, W., G. Hallmann & W. Bischoff (Hrsg.) (2001): Die Geschichte der Herpetologie und Terrarienkunde im deutschsprachigen Raum. – Mertensiella 12; 759 S.

39/2 Kartierungsstand 01.11.2016

Präsentation der Kartierungergebnisse 2012-2016 (Zwischenergebnisse Stand 1.11.2016) hier als pdf laden ..... [2.349 KB]

alle Taxa

Schwanzlurche

Froschlurche

Echsen

Schlangen

ausgesetzte Wasserschildkröten

39/3 Ringelnattern in den Rieselfeldern Münster

Eine methodologische Studie

von Cordula Frenck


Aufbauend auf ein ausführliches Ringelnatter-Monitoring in den Rieselfeldern wurde 2014 eine Bachelorarbeit in der Arbeitsgruppe Limnologie des Instituts für Evolution und Biodiversität der Westfälischen Wilhelms-Universität unter Leitung von Frau Prof. Elisabeth I. Meyer durchgeführt. Ziel der Arbeit war, eine effiziente Methode(-nkombination) zu entwickeln, die in Zukunft in den Rieselfeldern oder ähnlichen Gebieten von Nutzen sein kann. Dazu wurden drei Methoden angewendet und analysiert: die Anwendung künstlicher Verstecke (KV) sowie Sichtbegehung und öffentlicher Aufruf. Künstliche Verstecke waren bereits im Vorjahr erfolgreich angewendet worden. Nun sollten sie insbesondere im Hinblick auf das Clustern, also das Auslegen mehrerer Verstecke nahe beieinander, untersucht werden. Hierbei entstand die Überlegung, ob Ringelnattern seltener zu mehreren oder zusammen mit Blindschleichen (intra- und interspezifische Vergesellschaftung) unter den Verstecken aufzufinden sein würden als im Vorjahr.

Es ergaben sich drei Annahmen: Das Clustern von künstlichen Verstecken führt zu effizienteren Kontrollen bezogen auf Zeitaufwand und Anzahl gefangener Ringelnattern.

Das Clustern von künstlichen Verstecken führt zu weniger inter- und intraspezifischer Vergesellschaftung unter den Verstecken.Die Einbeziehung der Öffentlichkeit und die Sichtbegehung führen zu einer detaillierteren Darstellung der Verbreitung von Ringelnattern im Gebiet.Die erste Annahme kann als bestätigt angesehen werden, denn es wurden mehr Ringelnattern gefangen als im Vorjahr und somit spricht die erhöhte Effizienz für das Auslegen mehrerer Verstecke nah beieinander. Noch deutlicher wird dies im Vergleich zwischen einzelnen und geclusterten Brettern im selben Untersuchungszeitraum: Bretter, die Nachbarbretter hatten, führten deutlich häufiger zum Nachweis.

Die zweite Annahme wurde widerlegt. Es trat mehr inter- und signifikant mehr intraspezifische Vergesellschaftung unter geclusterten Verstecken auf. Die Anwesenheit anderer Reptilien scheint keinen Einfluss auf die Wahl des Verstecks zu haben. Stattdessen müssen andere Faktoren entscheidend sein, welche in zukünftigen Untersuchungen ermittelt werden könnten.

Die dritte Annahme erwies sich als richtig. Ein detaillierteres Bild der Verteilung von N. natrix im Gebiet konnte mit Hilfe der Sichtbegehung und des öffentlichen Aufrufs erstellt werden. Die Kontrolle der KV allein hätte nicht zu einem solchen Muster geführt. Allerdings ist bei der Sichtbeobachtung der hohe Zeitaufwand für einen eher geringen Informationsgewinn zu erwähnen. Der öffentliche Aufruf dagegen führte ohne viel Aufwand zu zusätzlichem Wissen.

Ein detaillierter Bericht über die Arbeit findet sich im Jahresbericht 2014 der Biologischen Station Rieselfelder. Die ganze Arbeit in englischer Sprache ist im Schüling Verlag unter dem Titel „Population Study oft the Grass Snake in the Rieselfelder Münster – A Methodological Approach“ erschienen mit der ISBN 978-3-86523-271-7.

Letzte Änderung am Sonntag, 19. März 2017 um 18:30:13 Uhr.

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