11.11.2018 Jahrestagung

des Arbeitskreises Amphibien und Reptilien Nordrhein-Westfalen

Jubiläumstagung am 11.11 – 40 Jahre Arbeitskreis

40 Jahre Arbeitskreis (gegründet am 7. Januar 1978)
Am 7. Januar 1978 trafen sich auf Einladung von Dr. Reiner Feldmann viele an der heimischen Herpetofauna interessierte Personen in Menden zum ersten Treffen des Arbeitskreises Amphibien und Reptilien Westfalen. Damals wurde die Erstellung eines Verbreitungsatlanten beschlossen, der 1981 als kleine, aber wegweisende "Herpetofauna" erschien. Wenig später im Mai 1978 gründeten einige Rheinländer eine vergleichbare Arbeitsgruppe. Der rheinische Atlas erschien 1983. Ab 1987 tagten wir gemeinsam und 1992 waren beide Arbeitsgruppen vereint. Von 1987-1992 wurden die beiden Arbeitsgruppen allmählich vereint.

Eine kleine Bilanz unserer Tagung

Es kamen mehr als erwartet. Wir konnten mehr als 90 Personen in den Räumen der NUA begrüßen.

Sehr erfreulich waren die beiden Grußworte. LANUV-Präsident Dr. Thomas Delschen stellte bereits bei der Begrüßung morgens erfreut fest, dass doch erstaunlich viele gekommen waren, darunter auch viele junge Leute. Er hat das dann auch sehr spontan in sein Grußwort eingebaut. In seinem Grußwort stellte der die langjährige gute Zusammenarbeit von Arbeitskreis und LANUV heraus. Sehr nett war auch die Ansprache unseres Akademiepräsidenten Prof. Dr. Rüdiger Wittig, der sich gleichfalls über die vielen jungen Gesichter gefreut hat. Wir sind derzeit die aktivste und erfolgreichste Projektgruppe der Akademie. Prof. Wittig, eigentlich Geobotaniker und Ökologe, zeigte seine persönliche Verbundenheit mit Lurchen und Kriechtieren. In seiner Jugend in Herne hatte er selber Molche und Frösche gefangen. Das war mit ein Grund, warum er sich für die Biologe enstschieden hat.

Prof. Dr. Manfred Niekisch - u. a. Mitglied des Sachverständigenrates für Umweltfragen - berichtete in seiner Festrede über Rösel von Rosenhof (1705-1759), eine der bemerkenswertesten Persönlichkeiten unter den Naturkundlern des 18. Jahrhunderts, und seine Bedeutung für die Zoologie und im Besonderen für die Herpetologie. Rösel von Rosenhof war einer der ersten Naturkundler, die auch im Freiland Tiere systematisch beobachteten, um etwas zu ihrem Leben herauszufinden. Manfred Niekisch hat das Leben des Ausnahmetalentes und die herausragenden Leistungen, die bis heute begeistern, anschaulich und lebensnah vermittelt und hat es hervorragend geschafft, die Brücke zur Jetztzeit und unsere heutige Feldherpetologie zu schlagen.

Die Fachvorträge waren alle sehr gut und angemessen und haben auch ein Spektrum unserer Mitarbeiter und unserer Tätigkeit geboten. Zum einen, echte Praktiker, zum anderen anspruchsvolle Naturwissenschaftler und wieder einige Nachwuchs-Herpetologen. Ein Ziel des Arbeitskreises ist es diese unterschiedlichen Menschen zusammenzubringen. Bruno Scheel vom NABU Niedersachsen machte deutlich mit welche einfachen Maßnahmen Amphibien im Forst geholfen werden kann. Dr. Britta Kunz von der Biologischen Station des Ennepe-Ruhr-Kreises und Dr. Maximilian Schweinsberg von der Ruhr-Univ. Bochum berichteten über die Möglichkeit und die Ergebnisse des Kammmolch-Monitorings durch eDNA (enviromental DNA). Moritz Specht von der Universität Münster untersuchte im Ramen seiner Bachelorarbeit die räumliche Habitatnutzung der Kreuzotter am Dortmund-Ems-Kanal. Vanessa Schulz von der TU Braunschweig arbeitet über die Ausbreitung von Batrachochytrium salamandrivorans, eine Hautpilzerkrankung bei Schwanzlurchen, insbesondere Feuersalamandern und berichtete über den aktuellen Stand der Forschung. Ulrich Haese berichtete über die beiden Fundmeldesysteme und die dabei erzielten Ergebnisse.

Herr Dr. Uwe Westphal - Biologe und begnadeter Stimmenimitator - hat gehalten, was wir uns von ihm versprochen hatten. Er beherrscht nicht nur viele Vogelstimmen, er schafft es auch die meisten Froschlurche täuschend echt zu imitieren und kann stets auch Hintergründe und nette Geschichten dazu erzählen. Ich denke, er hat jeden im Publikum begeistert. Und, sicher hat er auch ein paar neue Fans bekommen.

Das Quiz und die Verlosung waren auch gut angekommen und hat alles etwas aufgelockert, auch wenn längst nicht alle den Mut hatten mitzumachen. Zu gewinnen waren acht attraktive Fachbücher (zwei gespendet) und drei USB-Sticks. Außerdem steurte Dr. Wesphal zwei seiner CDs bei. Das Quiz hatte es in sich. 16 Fragen waren zu beantworten und 21 Punkte hätten maximal erreicht werden können. Das durchschnittliche Antwortniveau lag bei 54 %, die Spanne reicht von 5,5 bis zu 18 Punkten. Der Gewinner war Christian Höppner vom NABU Niedersachsen. Auch ein zweiter und dritter Preis wurde vergeben. Die übrigen Preise wurden dann unter allen Teilnehmern des Quizes ausgelost.

Wilfrid Loos war bereits vor 1978 als Terrarianer, Kartierer und Naturschützer im "Feldmann-Team" dabei und hatte daher auch bereits am Gründungstreffen des Arbeitskreises am 7.1.1978 teilgenommen. In seinem Vortrag warf er einen Blick zurück auf die Jahre vor 1978 und die ersten Jahre des Arbeitskreises. Die Geschichte des westfälischen Arbeitskreises reicht bereits weit bis 1964 zurück: das sogenannte Kernarbeitsteam um Reiner Feldmann. Im Rheinland gab es vor 1978 keine vergleichbaren Aktivitäten. Was Wilfrid Loos erzählte, hat bei denen, die dabei waren, einige Erinnerungen an diese frühen Jahre geweckt. Die Begeisterung, die wir damals empfunden hatten, zum einen, Gleichgesinnte gefunden zu haben und zum anderen an einem Pionierprojekt mitarbeiten zu können, lässt sich schwer beschreiben. Wilfrid Loos hat diese Zeit wieder lebendig werden lassen.

Begrüßung, Gruß- und Festredner

Mitarbeiter der ersten Stunde

Referenten

Informative Unterhaltung mit Dr. Westphal

Mehr als 90 Teilnehmer

Quiz und Verlosung

Veranstalter

Arbeitskreis Amphibien und Reptilien NRW
Landesgemeinschaft Naturschutz u. Umwelt NRW e.V.
Natur- und Umweltschutzakademie NRW

Programm

10:00-10:05 Uhr Begrüßung durch Arno Geiger & Martin Schlüpmann

10:05-10:15 Uhr Grußwort des LANUV-Präsidenten Dr. Thomas Delschen

10:15-10:25 Uhr Grußwort des Präsidenten der Akademie für ökologische Landesforschung Prof. Dr. Rüdiger Wittig

10:25-11:10 Uhr Festvortrag Prof. Dr. Manfred Niekisch (Bad Homburg): Die frühen Wurzeln der Feldherpetologie: Rösel von Rosenhof.

11:10-11:50 Uhr Bruno Scheel (Schaumburg): Regenwasser- und Sedimentrückhaltung in den Forsten mit gleichzeitiger Förderung der Biodiversität

11:55-12:20 Uhr Dr. Maximilian Schweinsberg (Bochum) & Dr. Britta Kunz (Ennepetal): Kammmolch-Nachweise mittels eDNA: Erfahrungen aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis

12:25-12:30 Uhr Kleines Preisquiz

12:30-14:00 Uhr Mittagspause

14:00-14:10 Uhr Moritz Specht (Münster): Untersuchungen zur räumlichen Habitatnutzung der Kreuzotter (Vipera berus L.) am Dortmund-Ems-Kanal (Kreis Coesfeld, NRW)

14:15-14:25 Uhr Vanessa Schulz (Braunschweig): Bsal und kein Ende: Die Ausbreitung einer Seuche

14:30-14:40 Uhr Ulrich Haese (Stolberg) & Martin Schlüpmann (Hagen): Die Zukunft hat längst begonnen: Neues aus den Online-Meldesystemen: herptofauna-nrw.de und nrw.observation.org.

14:45-15:45 Uhr Lassen Sie sich von dem bekannten Stimmenimitator Dr. Uwe Westphal (Hamburg) überraschen.

15:45-16:00 Uhr Wilfrid Loos (Kamen): 40 Jahre Arbeitskreis – Rückblick auf die Jahre des Beginns.

Ab 16:00 Uhr Gemütliches Beisammensein

Im Hintergrund Powerpoint-Präsentation mit Dokumenten und Fotos von früher

16:50 Uhr: Preisverleihung


Ab 17:00 Uhr Ausklang

Hier noch eine Bitte um Mithilfe!

Wir möchten ganz besonders all jene Personen, die 1978 und in den ersten Jahren bei einer der Arbeitsgruppen dabei waren, zu unserer vierzigjährigen Jubiläumsveranstaltung am 11.11. in Recklinghausen einladen. Leider wissen wir nur von einem Bruchteil der Mitarbeiter, ob und wo sie leben.
Daher bitten wir mit unserem Arbeitskreis Kontakt aufzunehmen:
Martin Schlüpmann, Hierseier Weg 18, 58119 Hagen
E-Mail an herpetofauna@ish.de
Vielleicht können wir ja den ein oder anderen wiederfinden.
Wer hat noch Fotos oder Dias aus den frühen Jahren des Arbeitskreises oder der regionalen und lokalen Aktivitäten (Amphibienschutz an Straßen, Tümpelbau, Entschlammungen, Kartierungen, Exkursionen)?

Anbei das alte Einladungsschreiben vom 8.12.1977.

Letzte Änderung am Samstag, 17. November 2018 um 17:14:08 Uhr.

Zugriffe heute: 5 - gesamt: 3370.