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Ringelnatter - Natrix natrix

Ringelnatter - züngelnd

Junge Ringelnatter, züngelnd, aus dem nördlichen Sauerland (Iserlohn-Letmathe 25.5.1993). Foto: M. Schlüpmann.

Ringelnattern sind im allgemeinen an den gelblichen bis weißlichen halbmondförmigen Flecken, die nach hinten von schwarzen Flecken abgesetzt sind, gut erkennbar. Typisch für Ringelnattern sind auch die gekielten Schuppen (zum Vergleich siehe Schlingnatter = Glattnatter), an denen man die Natternhemden (abgestreifte Haut) erkennen kann.

Seit 2017 werden zwei Arten unterschieden, die zuvor nur als Unterarten angesehen wurden. Die Trennung aufgrund zweier getrennter Linien mitochondrialer DNA bereitet für die Praxis erhebliche Probleme. Denn äußerlich sind die beiden Arten nicht immer zu trennen. In weiten Bereichen unseres Landes treten Formen auf, die phänotypisch intermediär zwischen den beiden Arten stehen.

41/2 Ringelnattern

Von den Ringelnattern werden bei uns seit langem zwei Unterarten unterschieden, die östliche Nominatform (Natrix natrix natrix) und die westliche Barren-Ringelnatter (Natrix natrix helvetica). Mit der Aufwertung der Ringelnatter-Unterart zur Art Natrix helvetica im Jahr 2017 haben wir in NRW, wie überhaupt in weiten Teilen Westdeutschlands, ein großes Problem. Nach äußeren Merkmalen lassen sich viele Tiere bei uns nicht zuordnen. Eigentlich deuten die vielen Mischformen auf eine breite Übergangszone zweier Unterarten hin. Es scheint daher nicht sicher, ob es wirklich berechtigt ist, aus den Linien zwei Arten zu machen. Für die Praxis der Artenerfassung bedeutet das jedenfalls, dass in sehr vielen Fällen nur noch eine Zuordnung zum Paar Natrix natrix/helvetica möglich ist. Als solche werden wir die Funde immer dann erfassen, wenn eine eindeutige Bestimmung nicht möglich ist, was in weiten Teilen unseres Landes die Regel sein wird. Damit auch für die Online-Erfassungen ein Name für unsere Funde zur Verfügung steht, haben wir das Artenpaar im eigenen Fundmeldesystem aufgenommen und die zuständigen Kollegen von www.observation.org gebeten, zusätzlich dieses Artenpaar aufzunehmen. Das wurde auch bereits umgesetzt.

Barren-Ringelnatter Natrix (n.) helvetica

Barren-Ringelnatter Natrix (n.) helvetica

Dieses typisch gezeichnete Tier aus dem Siegerland wurde von W. Fellenberg zwischen Brachthausen und Kohlhagen gefunden (1970). Foto: Hans Grünwald.

Barren-Ringelnatter Natrix (n.) helvetica

Mülheim an der Ruhr

Mischform

Ringelnatter - Flankenzeichnung einer Mischform

nordwestliches Sauerland

Ringelnatter - Flankenzeichnungen

Zeichnungen von Mischformen der beiden Unterarten (aus Schlüpmann 1982a).

Ringelnattern (Nominatform) Natrix (n.) natrix

Natrix natrix Ringelnatter (Nominatform)

Brandenburg

Die Art- bzw. Unterartzugehörigkeit der Ringelnattern ist bislang in weiten Bereichen des Landes nur unzulänglich untersucht. Ringelnatterfunde sollten nach Möglichkeit fotografisch dokumentiert werden (insbesondere Flanken der Körpermitte und Kopf). Zur Unterscheidung der Unterarten siehe Rundbrief Nr. 28 April 2005 (Bestimmungshilfen: Pdf-Datei 3120 kB hier laden). Daten liegen bislang fast nur aus dem westlichen Westfalen (Fellenberg 1971, 1981, Fellenberg & Rühmekorf 1974, Schlüpmann 1982) vor. Einige Analysen hat auch Eckstein (1993) veröffentlicht. Nach bisheriger Einschätzung müssen vermutlich das gesamte Rheinland und weite Bereiche Westfalens dem Areal der Barrenringelnatter (Natrix natrix helvetica) zugerechnet werden. Im westlichen Westfalen lösen sich die typischen Merkmale der Barrenringelnatter aber bereits auf. Reine Barrenzeichnung ist hier bereits selten und es treten zunehmend Merkmale der Nominatform Natrix natrix natrix auf. Es sei aber betont das bislang alle neueren Funde der Ringelnatter im NW-Sauerland noch der Barrenringelnatter zuzurechnen sind.
Die westliche Unterart, die Barrenringelnatter (Natrix natrix helvetica), ist vor allem im Rheinland und Siegerland verbreitet. Im Bergischen Land und westlichen Westfalen treten vor allem Mischformen mit der Nominatform (N. n. natrix) auf.

Nachweis

Die Ringelnatter tritt häufiger an und in Gewässern auf, so auch an Fischteichen, Gartenteichen, Bächen u.a., wo sie mit etwas Glück und einiger Kenntnis, ggf. unter Zuhilfenahme eines Fernglases sonnend zu finden ist. Das Befragen von Garten- und Fischteichbesitzern kann wertvolle Hinweise bieten. Die Tiere entfernen sich aber auch sehr weit von den Gewässern.

Verbreitung

Ringelnatter

Die Ringelnatter ist in NRW weiter verbreitet als die Schlingnatter. Zwar bestehen auch bei dieser Art große Fundlücken, doch scheint es sich in weiten Bereichen des Sauer- und Münsterlandes doch um Beobachtungslücken zu handeln. Inwieweit in NRW tatsächlich größere Regionen unbesiedelt sind, etwa am Niederrhein ist bislang ungeklärt. Über die Bestände ist im Grunde ebenso wenig bekannt wie über mögliche Bestandstrends.
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Lebensraum

Ringelnatter - Eischalen

Eiablageplätze sind nur vereinzelt bekannt geworden (Lange & Schlüpmann 1983). Gärende Sägemehl- oder Komposthaufen schaffen die notwendigen Temperatur- und Feuchtebedingungen zur Zeitigung und ermöglichen ein Vorkommen auch in den unwirtlichen Hochlagen des Sauerlandes. Angaben zum Substrat, zu Gelegegrößen u. a. wären sehr wertvoll.

Wiedererkennung

Insbesondere die schwarz-weiß gemusterte Bauchzeichnung ist bei Ringelnattern für eine individuelle Wiedererkennung gut geeignet.

Die Bauchzeichnung der Ringelnatter ist sehr variabel. Ringelnatter aus Hohenlimburg (Hagen 31.5.1997). Foto: M. Schlüpmann. v = vorne, h = hinten; Zeichnung aus Schlüpmann (1982).

Letzte Änderung am Sonntag, 29. Juli 2018 um 23:36:49 Uhr.

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